„Da haben wir heute keine Chance“, stellte Simon Delestre trocken fest. Gerade hatte der Franzose die rasante Stech-Runde von Richard Vogel und Gangster Montdesir (v. Kannan) gesehen. Wie an der Schnur gezogen gelang dem Weltranglistenersten im Stechen um den Sieg im Weltcup in Verona jede noch so enge Wendung im Fluss und im Vorwärts und nach blitzschnellen 33.02 Sekunden waren sie fehlerfrei im Ziel. Die Konkurrenz war sich einig: Das unterbietet heute niemand mehr. Und so war es dann auch.
„Die Runde von Richard war next level und eine Klasse für sich“, brachte es Tom Schewe auf den Punkt. Die aktuelle Nummer 127 der Weltrangliste war einer von drei Deutschen im Stechen in Verona und versuchte als vorletzter Starter ebenfalls sein Glück. Mit dem erst neunjährigen Congress Blue PS (v. Congress) setzte der 28-Jährige alles auf eine Karte, blieb erneut fehlerfrei und durfte sich über einen tollen zweiten Platz freuen – auch wenn er am Ende über drei Sekunden langsamer war als Richard Vogel. Platz drei ging an den Franzosen Simon Delestre, der mit seinem Gatsby du Tillard (v. President) gar nicht erst versuchte, die Top-Zeit von Vogel zu unterbieten. Auf Platz vier sprangen Henrik von Eckermann und Minute Man (v. Vigo) vor Max Kühner und Vivo de Muze PS (v. Vivant).
Der Sieger war dann auch sichtlich stolz auf sein Pferd, mit dem er im Sommer in Brüssel schon den Rolex Grand Prix gewinnen konnte. „Er fühlt sich an wie ein Professor, so souverän hat er den Stech-Parcours absolviert. Das war Weltklasse, er hätte es nicht besser machen können. Ich bin sehr stolz auf ihn.“
Ähnlich stolz zeigte sich Tom Schewe: „Richard war heute nicht zu schlagen, aber mein Pferd ist auch erst neun und wir haben beide noch nicht so viel Erfahrung auf diesem Level. Daher bin ich schon sehr glücklich über das Ergebnis heute.“
Neun Reiter hatten den Schlüssel zum Parcours gebaut von Uliano Vezzani gefunden und waren ins Stechen eingezogen. Gleich drei deutsche Springreiter lösten ihr Ticket – darunter war auch Titelverteidiger Daniel Deusser mit seinem Mannschaftsweltmeister Otello de Guldenboom (v. Tobago Z). Im Stechen unterlief den beiden jedoch ein Fehler und es wurde Platz sechs für die beiden. „Ich bin natürlich total happy. Otello hat einen super Job gemacht. Er ist auch seit seinem Sieg im letzten Jahr hier in Verona sehr konstant gewesen, hat das u.a. in vielen Großen Preisen und natürlich auch bei der Weltmeisterschaft in Aachen bewiesen“, fasste es Daniel Deusser zusammen.
UPTDATE zu UNITED TOUCH S
Nach seinem Sieg gab Richard Vogel noch ein Update zum Gesundheitszustand seines Top-Pferdes United Touch S: „Er macht ganz langsam gesundheitliche Fortschritte, es geht in die richtig Richtung. Aber wir geben ihm auch alle Zeit der Welt, dass er wieder ganz gesund wird und er ist in den besten Händen.“
Richard Vogel übernimmt mit dem Sieg auch die Führung in der Zwischenwertung der Weltcup-Saison vor Max Kühner und Julien Epaillard.
Das ganze Ergebnis: HIER








