Mit der deutschen Titelverteidigung hat es nicht geklappt: Mit insgesamt acht zählenden Fehlerpunkten aus den zwei Umläufen haben die britischen Gastgeber den Agria Nations Cup of Great Britain in Hickstead gewonnen, vor Irland mit 16 Punkten und den mit jeweils 24 Punkten fehlermäßig gleichen Kanadiern und Brasilianern – wobei sich dank der etwas schneller Zeit Kanada Bronze holte. Als Schlussreiter sicherte Ben Maher auf Catelly (v. Catalido) mit einer fehlerfreien Runde den britischen Erfolg ab, nachdem er im ersten Umlauf noch mit einem Fehler am Wassergraben ins Ziel gekommen war. Tim Gredley hatte zuvor die eine der beiden Doppelnull-Runden des Tages (neben dem Iren Conor Swail auf Clonterm Obolensky / v. Cornet Obolensky) abgeliefert. Startreiterin Jessica Mendoza war mit Null in der ersten und Vier in der zeiten Runde auf Summerhouse (v. Guidam Sohn) ins Ziel gekommen. Dem potenziellen Aachen-Kandidat Adrian Whiteway klebte mit Chacco Volo (v. Chacco-Blue) an diesem Tag das Pech an den Stiefeln, so dass er zweimal das Streichergebnis war – unter anderem wegen Problemen am Wasser. Für die Briten war es, nach der Unterbrechung der Serie im vergangenen Jahr durch Deutschland, der dritte Heimsieg innerhalb von vier Jahren.
Überhaupt der Wassergraben: Er stellte sich an diesem Tag als echte Klippe heraus. Nicht nur für Ben Maher und Adrian Whiteway. Team Deutschland verlor dort seinen Erfahrensten. Marcus Ehnings Priam du Roset (v. Plot Blue) verweigerte im ersten Umlauf nachdrücklich, so dass es Marcus Ehning gar nicht ein zweites Mal versuchte. Und weil er seinen sensiblen Braunen einzuschätzen weiß wie kein Zweiter, verzichtete er gleich auf Runde zwei.
So zählte für Team Deutschland jeder Fehler ohne Streichergebnis. Startreiter Hansi Dreher kam auf Elysium (v. VDL Zirocco Blue) mit neun Punkten aus der ersten Runde. Philipp Weishaupt sorgte auf der erst neunjährigen Lady Concern du Rezidal (v. Emerald) mit einer Nullrunde im ersten Umlauf für den Hoffnungsschimmer. Aber bei Kendra Claricia Brinkop wurden es auf der ersten gemeinsamen 5*-Nationenpreisrunde mit dem ebenso erst neunjährigen Replay van’T Paradijs (v. Bamako de Muze) dann im ersten Umlauf doch noch einmal acht Punkte.
Immerhin, die 17 Punkte insgesamt verhinderten den größten anzunehmenden Unfall: Als Sechstplatzierte erreichten die Deutschen die zweite Runde, während Belgien mit 21 und Frankreich mit 24 Punkten dem Finale von draußen zusehen mussten.
Bei Hansi Dreher und Elysium kamen im zweiten Anlauf 12 Fehlerpunkte hinzu, Philipp Weishaupt hatte mit Lady Concern du Rezidal diesmal einen leichten Fehler, was ihn in der Einzelwertung zum Drittbesten hinter den beiden Doppelnullern machte. Kendra Claricia Brinkop lieferte im zweiten Anlauf dann die zweite deutsche Null des Tages ab, was sie zur Zehnbesten des Tages machte.
Es war der traditionell schwierige Parcours in Hickstead, fehlerfreie Runden waren rar gesät. Zwölfmal insgesamt konnte das Publikum eine Null bejubeln, zweimal die Doppelnull. Iren und Kanadiern halfen die raren Nullritte zur Aufholjagd in Runde zwei auf die Plätze zwei und drei. Denn am Ende der ersten Runde hatten sie mit 12 beziehungsweise 16 Fehlerpunkten noch weiter hinten gelegen, knapp vor Team Deutschland.
„Normalerweise bin ich der erste Reiter im Team, aber heute wurde ich umgestellt und durfte als Letzter an den Start gehen“, sagte ein glücklicher Ben Maher hinterher. „Ich befand mich also in einer anderen Situation, was den Druck anging, aber es war großartig, das Rennen für dieses fantastische Team zu beenden. Catelly ist unglaublich gesprungen und hat heute gezeigt, was er kann, und ich schätze mich sehr glücklich, genau diese Pferde im Team zu haben.“
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