Vor ausverkauftem Haus sicherte sich der Schweizer Olympiasieger Steve Guerdat den Sieg beim prestigeträchtigen CSI3* Saur-Derby im Rahmen des Jumping International de Dinard. Auch der Weltranglistenvierte und Olympiasieger Ben Maher glänzte mit einer herausragenden Leistung im CSI5* Key Player Prize.
Drei Ehrenrunden – und er hätte noch drei weitere galoppieren können! Nach einem dramatischen Saur-Derby beim „Jumping International de Dinard“ feierten Steve Guerdat und Easy Star de Talma (v. Quick Star) schließlich vor einem begeisterten Publikum den lang ersehnten Sieg. Als Dritter der fünfzehn Starter schien der Schweizer Reiter mit einer schnellen, fehlerfreien Runde auf seinem Hengst, einem bewährten Derby-Spezialisten, der bereits Siege in La Baule und Falsterbo vorweisen kann, die Messlatte perfekt gesetzt zu haben.
Doch die Spannung hielt bis zum allerletzten Moment an. Sein Schweizer Landsmann Martin Fuchs, der gerade erst mit Love de Vie (v. Grandorado) das Falsterbo-Derby gewonnen hatte, überquerte die Ziellinie fast zwei Sekunden schneller, doch ein Abwurf verwehrte ihm den Sieg. Die letzte Herausforderung kam vom Franzosen Nicolas Layec und Georgio Louvo Z (v. George), einem weiteren Paar, das für seine Derby-Stärke bekannt ist, nachdem es im vergangenen Jahr sowohl in Dinard als auch in La Baule den zweiten Platz belegt hatte. Sie flogen nur so über den Parcours und erzielten rasante Zwischenzeiten – der Sieg schien bis zum allerletzten Hindernis in greifbarer Nähe. Ein Fehler am letzten Oxer machte ihre Hoffnungen allerdings zunichte und ließ sie auf den fünften Platz zurückfallen, obwohl sie fast fünf Sekunden schneller waren als Guerdat.
„Als Dritter zu starten war zunächst nicht ideal, aber vielleicht hat es sogar geholfen, weil ich nicht zu viel nachgedacht und wahrscheinlich ein paar mehr Risiken eingegangen bin. Ich bin unglaublich glücklich und erleichtert, endlich das Dinard-Derby in meine Erfolgsbilanz aufnehmen zu können. Ich war schon so oft nah dran, aber irgendetwas kam mir immer dazwischen. Heute lief endlich alles nach Plan. Ich liebe es einfach, in dieser Prüfung zu reiten, und ich bin überzeugt, dass mein Pferd es auch liebt. Über eine große Grasplatz mit Höhen und Tiefen zu galoppieren, macht einem Pferd weitaus mehr Spaß, als einfach nur im Sand-Parcours ihre Runden zu drehen. Easy Star war wieder einmal fantastisch. Er hat sich in Derby-Prüfungen schon immer hervorgetan, und ich habe jedes einzelne Hindernis von Anfang bis Ende genossen“, freue sich Guerdat im Anschluss.
Am Ende lag der Schweizer Reiter mehr als fünf Sekunden vor Spaniens Nummer 1, Armando Trapote, der mit Caept’n Hook (v. Conthargos) den zweiten Platz belegte: „Ich hatte zwei Pferde speziell auf dieses Derby vorbereitet und mit ihnen über Böschungen, durch Wassergräben und ähnliche Hindernisse trainiert“, erklärte Trapote. „Das hilft auch dabei, das Interesse der Pferde aufrechtzuerhalten.“
Der dritte Platz ging an den Mexikaner Alberto Sanchez-Cozar auf Giovani de Perhet (v. Kannan), einem in der Bretagne gezüchteten Selle-Français-Wallach. Bei ihrem allerersten Derby-Start und ihrem ersten Einsatz auf Rasen zeigte das Paar eine herausragende Leistung und komplettierte damit das Podium.
BEN MAHER GEWINNT CSI5* HAUPTSPRINGEN
32 Paare traten beim „Key Player Prize“, der CSI5*-Prüfung über 1,50 m, gegeneinander an. Auf der 15-jährigen KWPN-Stute Ginger-Blue (v. Plot Blue) zeigte der dreifache Olympiasieger Ben Maher eine fehlerfreie Leistung und sicherte sich den Sieg mit einem Vorsprung von 0,85 Sekunden vor dem Franzosen Julien Anquetin und Farah Tame (v. Quadrio), während die Belgierin Gudrun Patteet mit einer Sekunde Rückstand auf den Sieger das Podium komplettierte.
„Ginger-Blue ist eine unglaubliche Stute, die mittlerweile über einen reichen Erfahrungsschatz verfügt“, erklärte Ben Maher hinterher. „Sie ist von Natur aus sehr schnell und äußerst umsichtig. Ich bin zum ersten Mal in Dinard am Start, und dieses Turnier ist aufgrund seiner Tradition einfach außergewöhnlich. Die Arena ist mit ihren natürlichen Hanglagen einzigartig, und die Atmosphäre, die von all den Zuschauern geschaffen wird, ist fantastisch.“
Am Sonntag steht in Dinard um 14,45 Uhr der Rolex Grand Prix auf dem Programm.
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