10 Jahre nach seinem Sieg mit Codex One in Dinard: Christian Ahlmann Zweiter mit dessen Sohn im Stechen um den Rolex Grand Prix

Es war eine fast perfekte Runde im Stechen um den Rolex Grand Prix in Dinard: Christian Ahlmann pilotierte Sheeran WL schnell und ohne Stangenberührung durch den verkürzten Parcours wie an der Schnur gezogen. Es war ihre Premiere in einem 5*-Grand Prix – und das hier, wo Christian Ahlmann 2016 mit Codex One, dem Vater von Sheeran WL, das Springen, mit einer Hundertstel Vorsprung gewonnen hatte. In genau dem Jahr, in dem sein heutiger Partner gerade das Licht der Welt erblickte. Nach 49,08 Sekunden waren sie im Ziel.

Aber es kam noch einer, der schneller war: Pieter Devos schob sich im zweiten Teil des Rennens auf dem selbst gezogenen Primo DV (v. Vigo D’Arsouilles) noch an den beiden vorbei und holte sich den Sieg in 47,42 Sekunden. Strahlend erzählte er hinterher: „Ich habe noch nie in Dinard gewonnen. Das stand immer noch auf meiner Bucket-List. Jetzt hier mit einem selbstgezogenen Pferd zu gewinnen, ist die Kirsche auf der Torte.“

Eröffnet hatte das Finale Max Kühner. Er war auf EIC Cooley Jump The Q (v. Pacino) als zweiter Starter im Umlauf der erste Nuller gewesen, kam im Stechen als Schnellster in 44,92 Sekunden ins Ziel, aber hatte den vorletzten Sprung, einen breiten Oxer, zu schräg genommen – und eine Stange fallen lassen. Das bedeutete am Ende Platz drei vor Luciana Diniz, die sich als eine von nur vier mit Vertigo du Desert (v. Mylord Carthago) zwar ebenfalls für das Stechen qualifiziert hatte, aber, um ihren 17-Jährigen mit Blick auf die WM in Aachen zu schonen, auf den Start im Stechen verzichtete.

Es hatte zuvor einen Umlauf mit mannigfachen Schwierigkeiten gegeben, entsprechend einem Gesamt-Preisgeld von einer halben Million Euro. Zwei Haken und Ösen sprach Christian Ahlmann nach seiner Nullrunde im Umlauf an: Der große Grasplatz ist nicht eben, sondern geht viel „auf und ab“. Außerdem „machte die Zeit es extrem schwierig“. Sie wurde zwar nach den ersten drei Reitern noch einmal um eine Sekunde von den Richtern heraufgesetzt, aber blieb für viele eine unüberwindliche Hürde: Der Neuseeländer Luke Dee musste mit Gangster WW wegen Zeitüberschreitung dem Stechen ebenso von draußen zusehen wie Shane Sweetnam mit James Kann Cruz und Olivier Perreau mit GL Events Dorai D’Aiguilly. Bei Christian Kukuk und HK Carrera (v. Carrera VDL) wurden es sogar sechs Zeitfehler. Eine Stange fiel bei ihnen allen nicht.

Das Wasser war ein weiteres auffälliges Problem an diesem Tag, bedeutete für manches Paar das Ende aller Hoffnungen, unter anderem für Ex-Europameister Kevin Staut mit Vida Loca Z. Und dann erwies sich noch das letzte Hindernis als Extra-Schwierigkeit: Elfmal fiel hier die Stange, unter anderem auch bei Richard Vogel und Cloudio (v. Casall) und bei Lillie Keenan mit Kick On (v. Warrior), die am Freitag zweimal als Siegerin vom Platz geritten war. Für beide war bis zu diesem verflixten letzten Sprung alles liegengeblieben, auch die Zeit hatte gestimmt. Immerhin gab es für den neunten Platz für Vogel beziehungsweise den zehnten Platz für Keenan noch ein ansehnliches Trostpflaster von 15.000 beziehungsweise 10.000 Euro.

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