An der französischen Riviera wird es spannend, wenn die Longines League of Nations am Wochenende nach Saint-Tropez-Gassin zurückkehrt – zum vierten und letzten Qualifikationswettkampf der Saison 2026. Zum zweiten Mal in Folge wird das malerische Haras de Gassin Schauplatz eines der wichtigsten Tage der Saison sein. Zehn Nationen werden um die acht begehrten Plätze im Finale der Longines League of Nations im kommenden Monat in Barcelona konkurrieren.
Einige reisen mit bereits sicherer Qualifikation an, während es für andere die letzte Chance ist. An der Spitze der Tabelle steht Deutschland mit 230 Punkten die Tabelle und hat damit das Ticket für Barcelona schon in der Tasche. Als Zweite hinter Frankreich war das Team von Otto Becker in Abu Dhabi gestartet und dann in Ocala zum Sieg gestürmt, bevor es in Rotterdam zu einem seltenen vorzeitigen Ausscheiden kam. Jegliche Enttäuschung über dieses Ergebnis wurde in Aachen eindrucksvoll wettgemacht, wo Deutschland im August bei der Weltmeisterschaft Mannschaftsgold holte.
Zwei Mitglieder dieses Gold-Teams, Marcus Ehning und Richard Vogel, werden zusammen mit Janne Friederike Meyer-Zimmermann und Maximilian Weishaupt in Frankreich an den Start gehen. Richard Vogel hat sich inzwischen zum ersten Mal in seiner Karriere an die Spitze der Weltrangliste vorgearbeitet und geht in spektakulärer Form in die letzte Qualifikationsrunde.
Großbritannien ist aktuell Zweiter in der Tabelle, nachdem in Rotterdam nach einem Dreier-Stechen gegen die USA und die Schweiz der Sieg im vorletzten Qualifikationsspringen gelang. Außerdem haben sie gute Erinnerungen an die französische Riviera, wo sie 2025 gewonnen haben. Teamchefin Di Lampard hat Scott Brash, Tim Gredley, Matthew Sampson und Debütant Oliver Fletcher nominiert. Scott Brash, derzeit auf Platz drei der Weltrangliste, gehörte zu Großbritanniens Mannschaft, die bei der WM in Aachen Bronze gewann, während Tim Gredley kehrt 2025 Teil des Siegerteams in St. Tropez-Gassin war.
Irland liegt nach einem zweiten Platz in Ocala und einem sechsten Platz in Rotterdam auf dem dritten Platz in der Tabelle, doch da die Rangliste dahinter sehr eng beieinanderliegt, gibt es wenig Grund zur Entspannung. Die Brüder Shane und Trevor Breen, Mark McAuley und Billy Twomey tragen die Hoffnungen Irlands im letzten Qualifikationswettbewerb, um ihre starke Position in einen Startplatz in Barcelona umzuwandeln.
Die Schweiz liegt dahinter mit 190 Punkten und gleichauf mit Frankreich nach dem dritten Platz in Rotterdam. Martin Fuchs, der dort mit zwei fehlerfreien Runden den Ausschlag gab, wird von Alain Jufer, Barbara Schnieper und Janika Sprunger unterstützt, während die Schweizer hoffen, sich ihren Platz im Finale zu sichern.
Für Frankreich war die Saison bisher von Höhen und Tiefen geprägt. Das Team von Edouard Couperie startete mit einem Sieg in Abu Dhabi in die Saison, belegte dann aber in Rotterdam den 10. Platz, nachdem es ebenfalls den Einzug in die zweite Runde verpasst hatte. Nun, zurück auf heimischem Boden vor der Kulisse der Côte d’Azur, haben „Les Bleus“ die Chance, sich ihren Platz in Barcelona zu sichern. Simon Delestre, Julien Epaillard, Antoine Ermann und Nina Mallevaey wurden für die Heimmannschaft nominiert.
Brasilien liegt mit 180 Punkten auf dem sechsten Platz und reist mit João Victor Castro Aguiar Gomes de Lima, Stephan de Freitas Barcha, Pedro Junqueira Muylaert und Marlon Modolo Zanotelli an. Da die Qualifikationsgrenze nur 15 Punkte hinter ihnen liegt, werden sie versuchen, ihre Position zu verteidigen oder noch weiter nach oben zu klettern.
Nur fünf Punkte hinter Brasilien belegen die Vereinigten Staaten den siebten Platz, nachdem sie in Rotterdam den zweiten Platz errungen haben, wo Robert Ridlands Team den Sieg im Stechen um nur 0,07 Sekunden verpasste. Laura Kraut, Mckayla Langmeier, Paris Sellon und Kristen Vanderveen wurden für St. Tropez-Gassin nominiert, wobei Langmeier, Sellon und Vanderveen ihr Debüt in der Longines League of Nations geben werden.
Belgien belegt derzeit mit 165 Punkten den achten und letzten Qualifikationsplatz. Niels Bruynseels, Jérôme Guery, Abdel Saïd und Jos Verlooy gehören zu den Reitern, die die belgische Flagge vertreten werden, wobei Saïd Teil des Teams war, das in Aachen die Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb holte. Zu ihrer Saisonbilanz gehört bereits ein Podiumsplatz in Ocala, doch der neunte Platz beim Saisonauftakt und der achte Platz in Rotterdam haben den direkt hinter ihnen liegenden Teams alle Türen weit offen gelassen.
Italien liegt mit 160 Punkten nur fünf Punkte zurück und hat allen Grund, auf den Sprung in die begehrten Top 8 zu hoffen. In Rotterdam belegten sie den vierten Platz und wurden Zweite, als die Serie im vergangenen Jahr in Haras de Gassin ihr Debüt feierte. Piergiorgio Bucci, Emanuele Camilli und Emanuele Gaudiano gehören zum Kader, wobei Bucci nach seinem vierten Platz in der Einzelwertung bei der Weltmeisterschaften seine aktuelle Topform bewies. Giampiero Garofalo wird sein Debüt in der Longines League of Nations geben.
Mit weiteren fünf Punkten Rückstand sind die Niederlande mit 155 Punkten noch im Rennen, nachdem sie auf heimischem Boden in Rotterdam den fünften Platz belegt haben. Zu Bas Moerings, Sanne Thijssen und Maikel van der Vleuten gesellt sich Roelof Bril, wobei die Niederländer wissen, dass nur ein großartiges Ergebnis sie noch über die Qualifikationsgrenze und nach Barcelona bringen könnte.
Da Belgien, Italien und die Niederlande nur durch 10 Punkte voneinander getrennt sind, könnte eine einzige Platzierung den Unterschied ausmachen zwischen einer Fortsetzung der Saison in Spanien und dem Ende des Wegs zum Finale auf französischem Boden.
In der Saison 2026 triumphierte Frankreich bereits in Abu Dhabi, Deutschland holte sich den Sieg in Ocala und Großbritannien setzte sich in Rotterdam durch, was bedeutet, dass es bisher noch keiner Nation gelungen ist, zweimal zu gewinnen.In Saint-Tropez-Gassin wird für zwei Nationen wird der Weg nach Barcelona enden.
