Nach Platz sechs in Runde eins und einer super spannenden Aufholjagd in Runde zwei haben sich die deutschen Springreiter mit Daniel Deusser, Sophie Hinners, Jörne Sprehe und Marco Kutscher am Ende Platz zwei bei der ersten Etappe der Longines League of Nations 2026 in Abu Dhabi hinter den Franzosen gesichert. Beste Deutsche an diesem Abend mit zwei „brillianten“ Null-Runden waren Marco Kutscher und Catelly (v. Catalido).
Wie schnell sich das Blatt im Nationenpreis über zwei Runden und mit nur noch drei Startern ohne Streichergebnis in Runde zwei wenden kann, erlebten ausnahmslos alle Teams: Frankreich ging mit drei Nullrunden und einem 4-Fehler-Streichergebnis als führendes Team in die zweite Runde und musste trotzdem bis zum Schluss zittern. Die Iren lieferten in Runde eins drei Null-Runden ab, so dass Michael Pender mit HH Los Angeles (v. Cavalier Royale) gar nicht mehr antreten musste. Team Deutschland rangierte nach der ersten Runde auf Rang sechs.
Daniel Deusser und Pepita van T Meulenhof (v. El Torreo de Muze) hatten den Anfang für Team Deutschland gemacht. Für die 11-jährige Stute war es der erste Nationenpreis-Einsatz in ihrer Karriere. Und sie meisterte die Aufgaben souverän und kam in Runde eins nur mit einem Netzroller aus dem Parcours. Jörne Sprehe und Toys (v. Toulon) passierte in Runde 1 ein Missgeschick an einem Oxer, wo der Hengst einfußte. Sophie Hinners und Lommers (v. Carrera VDL) kamen ebenfalls mit vier Strafpunkten ins Ziel. Der Schlussreiter Marco Kutscher und Catelly (v. Catalido) brachten dann endlich die Null-Runde nach Hause.
In Rund zwei lief es deutlich besser für Team Germany: Daniel Deusser und Pepita van T Meulenhof blieben fehlerfrei, genau wie nochmals Marco Kutscher und Catelly. Lediglich bei Sophie Hinners und Lommers fiel ein Mauersteinchen. So konnte sich das Team Stück für Stück nach vorne arbeiten.
Nicht so gut lief es für die Iren: Trevor Breen und Highland President (v Clinton) verließ das Glück in Runde zwei und sie kamen mit acht Strafpunkten ins Ziel. Das war teuer. Das gleiche Schicksal teilte anschließend Bruder Shane Breen mit BP Arctic Blue (v. A Pikachu de Muze), auch er kam mit acht Strafpunkten ins Ziel. Michael Pender und HH Los Angeles addierten vier Strafpunkte zum Ergebnis, so dass die Iren am Ende auf Rang sechs landeten.
Der Sieg ging am Ende verdient an die Franzosen mit acht Strafpunkten in der Endabrechnung. Doppel-Null blieben Olivier Perreau und GL Events Dorai d’Aiguilly (v. Kannan). Nicolas Sers steuerte in Runde zwei vier Strafpunkte bei und Simon Delestre konnte sich eigentlich nur einen Fehler erlauben, als dann eine Stange fiel waren auch die Franzosen mit acht Strafpunkten unter Druck. Doch Delestre hielt das Ergebnis und die Franzosen gewannen vor den deutschen Reitern mit 12 Strafpunkten. Platz drei ging an die Brasilianer.
„Wir sind sehr zufrieden mit dem zweiten Platz. Das war ja wirklich spannend und sehr knapp. Es konnte in beide Richtungen rauf und runter gehen. Im ersten Umlauf gab es auch noch einen Moment, wo wir zittern mussten, ob wir in die zweite Runde kommen. Aber das hat Marco brilliant gelöst, beide Runden. Nachher sind wir mit drei Pferden, die das erst Mal einen 5*-Nationenpreis gegangen sind, sehr zufrieden. Das war eine super Team-Leistung“, resümierte Bundestrainer Otto Becker gegenüber spring-reiter.de.



