Wenn Lena Haßmann in Hagen a.T.W. an den Start geht, ist das mehr als ein Turnier – es ist Heimspiel. Die Reiterin aus dem nur wenige Minuten entfernten Lienen gehört längst zu den verlässlichen Größen im deutschen Dressursport. Ihre Stärke: Pferde behutsam aufzubauen und punktgenau auf den nächsten Leistungsschritt vorzubereiten. Genau das zeigte sie bei „20 Years Horses & Dreams“ einmal mehr. Mit der erst achtjährigen Chere Celine OLD belegte sie bei ihrem internationalen Grand Prix-Debüt am Mittwoch auf Anhieb Rang acht. Ihr Mann Felix Haßmann ist parallel mit vier Pferden im Springparcours am Start — und am Samstag stehen beide gemeinsam in der Abendshow „Reise um die Welt” auf der Bühne.
Lena, letztes Jahr war Chere Celine OLD im Louisdor-Preis unterwegs – in Hagen a.T.W. habt ihr euch damals aber noch nicht an den Start gewagt. Warum jetzt?
„Die Entscheidung ist tatsächlich relativ früh gefallen. Nach dem Louisdor-Preis Finale wollten wir ihr bewusst eine längere Pause geben, damit sie weiter reifen kann. Man hat in Frankfurt gemerkt, dass vieles noch ein bisschen früh kam. Die Zeit seitdem haben wir genutzt, um mehr Stabilität und Kraft aufzubauen. Vor drei Wochen bin ich dann einen nationalen Grand Prix geritten, das hat schon sehr gut funktioniert. Und jetzt war sie bereit für ihren ersten internationalen Start.“
Und direkt in Hagen – mit starker Konkurrenz zum Saisonauftakt.
„Ja, Horses & Dreams ist schon so ein bisschen ein Must-have. Dass das Niveau hier entsprechend hoch ist, war uns klar. Aber am Ende des Tages gehört das Pferd hierhin und ich glaube, das hat sie heute auch gezeigt.“
Man sagt oft, die letzte Mittellinie entscheidet, ob ein Pferd wirklich das Potential für Grand Prix hat.
„Und genau da war sie heute am stärksten. Die Piaffe auf der letzten Mittellinie war wirklich sehr gut – das lässt auf jeden Fall für die Zukunft hoffen.“
Horses & Dreams ist für dich ein echtes Heimturnier.
„Absolut. Felix und ich fahren nur zehn Minuten über den Berg, das ist schon etwas Besonderes. Natürlich braucht man auch die passenden Pferde, um hier starten zu können. Aber wenn es passt, dann ist es immer ein Highlight.“
Kannst du dich noch an deine ersten Besuche hier erinnern?
„Ja, sehr gut sogar. Als Jugendliche bin ich hier über das Gelände gelaufen und hätte nie gedacht, dass ich irgendwann selbst hier reiten würde. Horses & Dreams war immer etwas Großes, auch mit den wechselnden Partnerländern. Dass ich jetzt seit Jahren hier mit verschiedenen Pferden an den Start gehen kann, ist für mich eine große Bestätigung meiner Arbeit. Für mich ist das ein nahezu perfektes Turnier – und davon gibt es nicht mehr viele.“
Gab es ein Partnerland, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
„Eigentlich ist jedes Jahr besonders. Genau das macht ja den Reiz aus, jedes Land bringt seine eigene Atmosphäre mit. Diese Vorfreude auf das neue Partnerland ist bis heute geblieben.“
Apropos Partnerland: Am Samstagabend seid ihr beide Teil der Show „Reise um die Welt“ und vertretet eines der vergangenen Partnerländer – welches?
„Es ist Brasilien geworden.“
Wie kam es dazu, dass ihr beide mitmacht?
„Ich bin für solche Sachen immer offen, vielleicht sogar manchmal etwas zu spontan. Felix ist da ein bisschen überlegter, aber ich musste ihn nicht wirklich überreden. Es ist für uns eine Gelegenheit, der Veranstaltung und dem Sport etwas zurückgeben. Es ist ein Geben und Nehmen. Turniere wie Horses & Dreams sind unsere Bühne und wenn wir als Reiter dazu beitragen können, dann sollten wir das auch tun.“
Kannst du schon etwas über euren Show-Auftritt verraten?
„Samba und Rivalität – mehr sage ich noch nicht.“
Euer erster gemeinsamer Showauftritt – wer ist nervöser?
„Felix hat grundsätzlich einen Puls von null, der bleibt ganz entspannt. Er ist da definitiv cooler als ich. Aber wir gehen das locker an.“
Und welches Pferd reitest du in der Show?
„Das bleibt noch eine Überraschung.“
Tickets für die Abendshow „Reise um die Welt” mit Lena und Felix Haßmann sowie vielen weiteren internationalen Showstars sind weiterhin online oder an der Tageskasse erhältlich. Wichtig: Für die Show ist ein separates Ticket erforderlich. Mit einem regulären Tagesticket besteht nach dem Sport kein Zugang zu den Tribünen und zur Show. So ist sichergestellt, dass alle Gäste, die die Show besuchen möchten, einen festen Platz auf der offenen oder überdachten Tribünen erhalten.
