„Mach nichts Verrücktes!“ André Thieme und DSP Chakaria sind die gefeierten Stars beim Grand Prix in Hamburg

Mit über einer Sekunden Vorsprung im Stechen haben André Thieme und seine Ausnahmestute DSP Chakaria (v. Chap) den Großen Preis von Hamburg im Derby-Park von Klein Flottbek gewonnen. Und das Hamburger Publikum hat ihren Sieger frenetisch gefeiert. Mit zwei lupenreinen Runden über 1,60m brachten sich die Europameister von 2021 und Aachen Sieger von 2024 damit auch für die WM in Aachen im August in Stellung.

Dabei hatte der Tag für André Thieme gar nichts go gut angefangen. Beim morgendlichen Ritt war die Fuchs-Stute schlechter Laune und wenig locker. „Wahrscheinlich war ihr kalt, wie uns allen“, erzählt André Thieme, der dann entschied, Chakaria vor dem Grand Prix etwas länger abzureiten. Das half. Zusammen mit sieben weiteren Paaren blieben Thieme und seine 16-jährige Sportpartnerin fehlerfrei und zogen ins Stechen ein.

„Ich wusste ehrlich gestanden vor dem Stechen erst mal nicht, wie viel ich riskieren sollte. Nächste Woche ist Aachen, dann war die Stute ja lange verletzt und der Bundestrainer war da und hat gesagt: „Mach nichts Verrücktes!“, erzählt André Thieme. Der dann doch alle Zweifel über Bord warf: „Wenn Dein Pferd so gut drauf ist, dann darf man auch nicht immer nur an das nächste Wochenende denken.“ Gesagt getan: „Ich bin überall extrem kurz rum, weil ich weiß Chakaria kann alles quasi aus dem Stand springen. Zum letzten Sprung bin ich dann volles Risiko gegangen und habe sie richtig gehen lassen. Als ich dann auf der Anzeigetafel sah, dass ich über eine Sekunde schneller war, wusste ich, dass es für die letzte Starterin Sanne Thijssen schwer werden würde.“ Er sollte Recht behalten, 39.59 Sekunden reichten für den Grand Prix Sieg: „Heute trinke ich auch mal ein Bierchen oder auch zwei“, freue sich der Sieger.

Im Kampf um die begehrten Startplätze bei der WM in Aachen in diesem Sommer haben sich Thieme und seine Chakaria mit dem Grand Prix Sieg in Hamburg sicher schon mal in Stellung gebracht. „Der Druck ist auf jeden Fall da und jeder Fehler zählt“, weiß Thieme, für den die Teilnahme an der WM in Aachen ein Lebenstraum wäre.

Platz zwei im Grand Prix von Hamburg ging nach Doppel-Null-Runden an Emilie Conter und ihre Portobella van de Fruitkorf (v. Bamako de Muze). Die Belgierin, die mit ihrer Fuchs-Stute in Wellington 2025 schon einen 5*-Grand Prix gewann, war nach 40.94 Sekunden ins Ziel galoppiert. „Ich bin das erste Mal hier in Hamburg am Start und die Atmosphäre ist großartig“, freute sich die Zweite auf dem Podium. Platz drei sicherte sich ihre Landsmännin Gudrun Patteet mit Sea Coast Qarvaljo d’Or (v. Mosito van de Hellehof).

Grund zur Freude gab es auch bei Harm Lahde und seinem Oak Grove’s Commander Bond (v. Comme il Faut). „Wir hatten tolle Wochen bei der Sunshine Tour. Aber oft hatte Commander Bond einen Fehler. Daher sind wir super stolz, dass wir uns heute mit zwei tollen Null-Runden und einem Vierten Platz belohnen konnten“, sagte Harm Lahde gegenüber spring-reiter.de.

Platz fünf ging an Sanne Thijssen und Cupcake Z (v. Chacco-Blue) mit einem Abwurf im Stechen vor Janne Friederike Meyer-Zimmermann und Cellagon Cascais (v. Colestus) auf Platz sechs. Christian Ahlmann und Applebridge Tag (v. Aganix Du Seigneur) bekamen „Seitenwind“ am letzten Sprung und wurden Achte. Paula de Boer-Schwarz und My Miss Marple OLD (v. Mylord Carthago) waren nach einem Netzroller im Umlauf ebenfalls noch im Geld auf Platz 13.

Das ganze Ergebnis: HIER