13 Jahre nach seinem Bruder Gilbert: Frederic Tillmann holt sich Hamburger Derby-Sieg vor Simon Heineke – André Thieme Dritter nach Flüchtigkeitsfehler

Es ist auf den Tag genau 13 Jahre her, da hat sein Bruder Gilbert Tillmann mit dem damals 19-jährigen Hello Max sensationell das Hamburger Derby gewonnen. Heute feierte das Hamburger Publikum Frederic Tillmann mit seinem 12-jährigen DSP Comanche VL (v. Cellestial). Als 14. Starter hatte das Paar die erste Nullrunde geschafft und dann bis zum 32. und letzten Starter immer nervöser gewartet: Würde noch ein Zweiter die Null schaffen und es damit zum Stechen kommen?

Der Favorit dafür ritt als 27. in den Parcours ein: Der viermalige Derbysieger André Thieme mit seinem Paule S (v. Perigueux), der klar das Ziel ausgegeben hatte, heute den fünften Derbysieg zu holen. Bei den Irischen Wällen, Sprung 3, gab es einen leichten Stolperer, aber ohne Folgen und es ging ganz locker weiter. Bis zum Wall: Auf dem Weg nach oben fiel unterwegs der niedrigste Sprung des ganzen Parcours. „Ich bin da hingeritten wie ein Weihnachtsmann“, war André Thiemes selbstkritische Einschätzung hinterher. Paule sei an den Irischen Wällen, „die normalerweise kein Problem sind, gestolpert und aus dem Rhythmus gekommen. Danach hatte ich wieder ein super Gefühl und dann lag an dem kleinsten Sprung auf dem Platz plötzlich die Stange unten.“ Die Reise zum fünften Titel war früh zu Ende, aber „Paule ist traumhaft gesprungen, ich habe die Runde danach nur noch genossen“. Und war schnellster Vier-Punkte-Reiter und damit am Ende Dritter.

Aber draußen, auf dem Abreiteplatz, ging das Warten weiter. Und wirklich, der 32. und letzte Starter schaffte die zweite Nullrunde und sicherte damit eines der beim Derby eher seltenen Stechen. Simon Heineke, der mit Cordillo (v. Corrido) nach Null in der Derby-Qualifikation nun auch im langen Derby-Parcours die Null geschafft hatte. Cordillo hatte bereits schon einmal das Derby gewonnen, unter Nisse Lüneburg. Und der Trainer des Reiters ist Achaz von Buchwaldt, selbst zweifacher Derbysieger. Aber Cordillo ist eben mittlerweile auch schon 18 Jahre alte

„Ich hätte Cordillo gerne noch einmal mit einem Derby-Sieg belohnt, weil er alles für mich gegeben hat“, sagte hinterher Simon Heineke. „Ich bin auch gerade sehr emotional. Ich habe damit auch nicht gerechnet. So als letzter Starter war auch viel Druck da.“

Das Stechen begann mit der nächsten, schnellen Nullrunde von Frederic Tillmann. Er war im vergangenen Jahr Vierter in Hamburg und davor schon zweimal Zweiter. „Die zwei Minuten danach auf Simon warten, das war schon schlimm. Ich bin das fünfte Mal mit Comanche dabei, Ich kann gar nicht stolzer sein, ich habe so lange auf diesen Sieg hingearbeitet. Nun hat es endlich geklappt, das ist überwältigend.“

Denn Cordillo musste wohl auch seinem Alter Tribut zollen, zwei Stangen fielen im Stechen. „Wir ärgern uns jetzt einmal kurz“, resümierte Simon Heineke, „aber im Stechen war nicht viel mehr möglich. Ich habe es schon auf dem Abreiteplatz gemerkt, dass der Akku leer war. Das Pferd ist ja auch schon 18 Jahre alt. Deshalb danke ich diesem Pferd und bin auch sehr stolz.“

Der Stil-Preis des Hamburger Publikums, immerhin dotiert mit 10.000 Euro, ging an Clara Blau und ihren Paul. Das Paar glänzte im Derby-Parcours mit zwei leichten Fehlern auf Rang acht vor Marvin Jüngel und seiner Balou’s Erbin.

Das ganze Ergebnis: HIER