Die Reiter werden im November engagiert: Erstes Team der neuen Premier Jumping League für 50 Millionen $ verkauft, FEI genehmigt Turnierregeln
Wer wird um die Millionen mitreiten: PJL engagiert im November die Team-Reiter Foto: spring-reiter.de

Die Reiter werden im November engagiert: Erstes Team der neuen Premier Jumping League für 50 Millionen $ verkauft, FEI genehmigt Turnierregeln

Die neu gegründete Konkurrenz zur Longines Global Champions Tour (LGCT), die Premier Jumping League (PJL), beginnt Kontur anzunehmen. Gegründet vom ehemaligen Partner von LGCT-Chef Jan Tops, dem US-amerikanischen Investor Frank McCourt, soll die PJL ab April 2027 mit 16 Teams in 14 internationalen Turnieren um Millionen-Preisgelder reiten „Mit garantierten Preisgeldern von 300 Millionen US-Dollar“, wie sie selbst verkündet. Jetzt ist das erste dieser Teams vom Investor Jason McCarthy für 50 Millionen US-Dollar gekauft worden – allerdings noch ohne Reiter. Die sollen, wie PJL-Sprecherin Kelly Hogarth gegenüber spring-reiter.de erklärte, „im Rahmen eines Auswahlverfahrens oder ,Drafts‘, das Anfang November 2026 stattfindet, den Teams zugewiesen werden. Nur die 250 bestplatzierten Reiter kommen für die Auswahl durch die PJL-Teambesitzer in Frage.“

Der neue Team-Besitzer Jason McCarthy war einst auch Rennfahrer und will  seine „umfassende Erfahrung als Investor und Trader in die Liga einbringen, hatte im Laufe seiner Karriere Führungspositionen in zahlreichen Unternehmen des Finanzsektors inne“. Er, seine Frau Newsha und ihre Tochter Natalia sind im Besitz von Gestüten in Watermill, New York, und Wellington, Florida. Tochter Natalia „träumt davon, eines Tages auf höchstem Niveau im Springreiten anzutreten“.

Die Übernahme des McCarthy Jumping Teams sei, so verkündet es die PJL, „ Ausdruck des Vertrauens in die Preisgeldzusage von McCourt Global in Höhe von 300 Millionen US-Dollar sowie in die langfristige Vision, das Geschäftsmodell und die finanzielle Tragfähigkeit der PJL. Durch einen konsequenten Fokus auf die Erschließung des kommerziellen Potenzials des Springreitens etabliert sich die PJL als investitionswürdiges Sportobjekt, das einen klaren Weg zu einer langfristigen Wertsteigerung bietet.“

McCarthy selbst kommentierte die Investition mit den Worten: „Wie auch bei Frank McCourt begann die Reise unserer Familie in diesen Sport mit meiner Frau Newsha, deren große Liebe zu Pferden uns erstmals Zugang zur Welt des Pferdesports verschaffte. Durch ihre Leidenschaft wurden wir zu Fans des Springreitens und haben eine tiefe Wertschätzung für die außergewöhnliche Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter entwickelt.

Wir glauben fest an die Vision der PJL – einer Liga, die sich zu höchsten ethischen Standards verpflichtet hat, auf Leistungskriterien basiert und Spitzenwettkämpfe ausrichtet, untermauert durch ein nachhaltiges Geschäftsmodell, das die besten Reiter der Welt anzieht und den Fans Erlebnisse bietet, die den größten internationalen Sportwettkämpfen in nichts nachstehen.

Wir sehen ein enormes Potenzial für den Sport, sein weltweites Publikum zu vergrößern und dabei den Werten treu zu bleiben, aufgrund derer er so besonders ist. Wir sind davon überzeugt, dass die PJL dazu beitragen wird, dieses Potenzial auszuschöpfen und ein substanzielles Wachstum für den Sport, den wir so lieben gelernt haben, zu erzielen.“

Vor allem soll die PJL mit der LGCT konkurrieren, an der Frank McCourt einst selbst als 50-Prozent-Teilhaber beteiligt war, unter anderem auch als Besitzer des Teams Miami Celtics. Vorher gehörte dem Abkommen einer in Boston ansässigen Bauunternehmer-Familie das Basketball-Team Los Angeles Dodgers, das er 2012 mit kräftigem Gewinn für 2,2 Milliarden Dollar verkaufte. Aber die Wege von Jan Tops und Frank McCourt trennten sich – und jetzt sind sie Konkurrenten um die Millionen, die inzwischen im Springreiten international umgesetzt werden.

Auf der FEI-Vorstandssitzung vom 30. Juni bis 1. Juli hat die PJL jetzt die FEI-Serienzulassung erhalten. Mit dieser Zulassung werden die Regeln und Vorschriften der PJL-Serie offiziell bestätigt. Die FEI hat die Wettkampfformate der Liga, die Struktur der Mannschaftsbildung, das Auswahlverfahren für die Reiter, die Verteilung der Preisgelder sowie weitere organisatorische Abläufe genehmigt.

An jedem CSI5*-Wettkampfwochenende stehen den Reitern Preisgelder in Höhe von 1.000.000 US-Dollar zur Verfügung. Neil Moffitt, CEO der PJL, kommentierte die Zulassung wie folgt: „Diese Zulassung ist das Ergebnis eines kooperativen und konstruktiven Dialogs mit der FEI, und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die PJL hat nicht zum Ziel, das Springreiten neu zu erfinden oder das bestehende Ökosystem zu stören. Unser Ziel ist es, den Sport so zu präsentieren, dass seine Integrität gewahrt bleibt, sein Erbe respektiert wird und mehr Chancen für alle Beteiligten geschaffen werden. Es geht darum, das Springreiten auf eine Stufe mit anderen Spitzensportarten zu stellen – nicht als Nischensportart, sondern als erstklassiges
internationales Sportprodukt, das ein großes Publikum, Sponsoren, Fernsehsender und kommerzielle Partner anziehen kann.“

Tag 1 des PJL-Wettbewerbs beginnt mit einer Einstufungsrunde. Die Einzelergebnisse werden zusammengefasst, um die Gesamt-Teamwertung für Tag 2 zu ermitteln.

Am zweiten Tag treten die Teams entsprechend ihrer Platzierung vom ersten Tag in einem mehrrundigen Format gegeneinander an, das darauf ausgelegt ist, Spannung und Zuschauerbeteiligung zu maximieren. Alle Reiter nehmen an Runde 1 teil. Danach qualifiziert sich jeweils eine Pferd-Reiter-Kombination pro Team für die Runden 2 bis 4 auf einem verkürzten Parcours, wobei die Teams aufeinanderfolgende Ausscheidungsrunden durchlaufen. Am zweiten Tag treten die gesetzten Teams in einem K.o.-Format gegeneinander an, das darauf ausgelegt ist, die Spannung und das Publikumserlebnis zu maximieren. Alle Reiter nehmen an Runde 1 teil. Danach qualifiziert sich jeweils ein Pferd-Reiter-Paar aus jedem Team für die Runden 2 bis 4 auf einem verkürzten Parcours, wobei die Teams aufeinanderfolgende Ausscheidungsrunden durchlaufen.

Tag 3 gipfelt in einem 1,60-m-Springen mit einem Preisgeld von 700.000 $. Die Startreihenfolge richtet sich nach der Teamwertung am Ende des Wettkampfs am zweiten Tag. Wichtig ist, dass das 1,60-m-Springen ausschließlich für Tag 3 reserviert ist, wodurch wiederholte Sprünge auf maximaler Höhe begrenzt werden und das Engagement der Liga für das Wohlergehen der Pferde gestärkt wird, indem die kumulativen Belastungen für die Pferde während der gesamten Veranstaltung reduziert werden.

16 Teams nehmen an der regulären Saison der PJL teil. Es ist eine Pause zur Saisonmitte vorgesehen, während der Reiter zwischen den Teams wechseln können. Die Teams, die nach der regulären Saison die Plätze 15 und 16 in der Gesamtwertung belegen, scheiden automatisch aus. Die Teams, die nach der regulären Saison die Plätze 1 und 2 in der Gesamtwertung belegen, ziehen automatisch ins Finale ein. Zwölf Teams nehmen an den Playoffs teil, von denen sechs ins Finale vorrücken. Diese Struktur belohnt die Leistung über die gesamte Saison hinweg, wobei die Teams letztendlich um einen Anteil am verbleibenden Preisgeld von 100.000.000 $ kämpfen und damit neue Maßstäbe im professionellen Springreiten setzen.

Die Genehmigung durch die FEI erfolgt nur wenige Tage nach der Ankündigung der PJL, dass das McCarthy Jumping Team einen bahnbrechenden Kauf im Wert von 50 Millionen Dollar getätigt hat – eine Übernahme, die vermutlich den höchsten Preis darstellt, der jemals für ein Team in einer neu gegründeten Sportliga vor deren Eröffnungsveranstaltung gezahlt wurde.