Benjamin Wulschner hat den Großen Preis von Gahlen des Private Bankings der Vereinigten Volksbank für sich entschieden – mit Castle Camiro und einem Stechen, das spannender kaum hätte sein können. Enge Wendungen, Mut zum Risiko und Zehntelsekunden entschieden über den Sieg.
Toni Haßmann eröffnete das Stechen um das S***-Springen mit einer blitzsauberen Runde auf seinem 13-jährigen Hero. Der Sieger von 2014 traf die Linien perfekt und die Uhr stoppte für den Reiter des Reitervereins Lienen bei 40,24 Sekunden. Das war vorerst das Maß der Dinge – bis Vorjahressieger Sören Suppert (RV Vorwerk) mit Can Tici noch eine Sekunde schneller war. Jubel beim Publikum und auch der Reiter freute sich über seine blitzsaubere Runde mit seinem Top-Pferd Can Tici – doch der Sieg im Großen Preis von Gahlen war noch offen.
Benjamin Wulschner und Castle Camiro gingen als nächstes Paar an den Start. Mit vollem Risiko legten sie eine rasante Runde hin und sicherten sich den Sieg in 38,2 Sekunden. „Mein Pferd hat alles gegeben. Wir sind volles Risiko gegangen. Nach einem kleinen Formtief freut mich das umso mehr. Sie war gestern schon sehr gut, heute noch besser“, sagte Wulschner vom Reiterverein Schwetzingen. So standen am Ende drei Reiter auf dem Treppchen des Großen Preises von Gahlen, die hier nun bereits einmal gewonnen haben. Zweimal ist das in der Geschichte des Turniers bisher nur Markus Renzel, Mario Stevens, Charlotte Bettendorf und Jörg Kreutzmann gelungen.
Der Große Preis von Gahlen 2026 lässt sich in Zahlen zusammenfassen: 33 Paare starteten in der Prüfung. Elf Hindernisse und 14 Sprünge galt es im Umlauf fehlerfrei zu überwinden, um in das Stechen einzuziehen. Das schafften sieben Paare. Im Umlauf betrug die erlaubte Zeit 66 Sekunden. Was Zahlen nicht ausdrücken können: Das Stechen war spannend bis zur letzten Sekunde.
Die weiteren Prüfungsergebnisse
Mit 17 Jahren war Jona Jolie Schwamborn die jüngste Starterin in der S**-Prüfung am Samstagnachmittag. Und die Rheinländerin zeigte den erfahreneren Profis mit ihrem Schimmelwallach Zafon, wie ein schnelles Stechen aussehen kann. Den acht Jahre alten Holsteiner stellt sie seit einem halben Jahr auf Turnieren vor. Die beiden sind schon jetzt ein eingespieltes Team. „Er vertraut mir, ich vertraue ihm und wir geben beide einfach immer unser Bestes“, verriet die Springreiterin von der RTG Silberberghof ihr Erfolgsrezept. Schon mit 13 Jahren gewann sie ihr erstes S-Springen, mit 15 Jahren bekam sie das Goldene Reitabzeichen verliehen. Fraglos ist Jona Jolie Schwamborn ein besonderes Talent. „Zafon will alles immer perfekt machen. Das macht es mir leicht. 2026 möchte ich beim Preis der Besten in Warendorf gut sein, bei den Deutschen Meisterschaften mit ihm starten und dort bestmöglich abschneiden“, schaut Jona Jolie Schwamborn auf die kommende Saison. Auf dem zweiten Platz beendete Manuel Feldmann (RV Heiden) mit Diamant’s Dakota die Prüfung. Über den dritten Platz im Stechen freute sich die Deutsche Meisterin von 2018 Angelique Böckmann (RV Marl) mit Diamantino.
Einen weiteren Sieg in der schweren Klasse feierte Benjamin Wulschner (RV Schwetzingen) an diesem Wochenende mit der achtjährigen Schimmelstute Nina. Im S*-Springen mit Stechen am Samstagmittag setzte er sich abermals mit rund einer Sekunde Vorsprung durch. Ebenfalls achtjährig ist Dominelli Z, den Kai Terhoeven-Urselmans vom RV von Bredow Keppeln zu Platz zwei ritt. Mit einer fehlerfreien Runde sicherte sich Martin Sterzenbach vom gastgebenden Reiterverein den dritten Platz mit Cascorado.
Besser hätte der Samstagmorgen für Larissa Dücker vom RV Rhede-Krommert nicht laufen können: Aus vier Starts mit zwei Pferden nahm sie drei goldene und eine silberne Schleifen mit. In der Springpferdeprüfung der Klasse L entschied sie mit Con Touch RS und Candlelight jeweils eine Abteilung für sich. In der Springpferdeprüfung Klasse M siegte die Reiterin mit Candlelight vor Con Touch RS. Markus Renzel (RV Marl) platzierte Cocosella auf dem dritten Platz.
Abgerundet wurde der Tag traditionell durch das Blasorchester Erler Jäger, die musikalisch den Abend einläuteten. Vor dem abschließenden Barriere-Springen sorgte das Josh Clemens Stunt- und Trick-Riding Showteam für Stimmung in der Halle und heizte den Zuschauern mit rasanten Darbietungen ordentlich ein.
Der Sonntag steht in Gahlen traditionell im Zeichen der Amateure. Für sie ist es ein besonderes Erlebnis in der Halle zu reiten, in der tags zuvor noch die Profis am Start waren. Mit Amateur-Springprüfungen der Klasse L bis S endet das Turnier. Der Eintritt ist am Sonntag frei. Zu den Ergebnissen: https://results.equi-score.de/event/2026/32210/de
