Willem Greve spricht gerne Tacheles. Gerade hat der 42-jährige Niederländer, der in dieser Saison mit Pretty Woman van’t Paradijs N.O.P. schon zwei Weltcup-Siege auf der Haben-Seite verbuchte, erstmals den Großen Preis in Neumünster gewonnen. Während es seine Kollegen zu den lukrativen Turnieren nach Doha, Abu Dhabi, Ocala und Wellington zieht, verfolgt der Rolex Grand Prix Sieger der Dutch Masters (2024 mit Highway TN) einen anderen Plan. Er ist einer, der sich nicht verbiegen lässt, sehr bodenständig bleibt, seine Prioritäten hat und der auch unbequeme Dinge anspricht und fordert, dass Kritik im Reitsport vor allem aus den eigenen Reihen kommen muss.
spring-reiter.de hat mit Willem Greve, der u.a. die Großen Preis von Stuttgart, A Coruña und Leipzig gewonnen hat, über Horsemanship, seine Philosophie bei der Ausbildung der Pferde sowie Ehrlichkeit im Sport gesprochen. Und die aktuelle Nummer 24 der FEI Weltrangliste hat wertvolle Tipps für den Reiter-Nachwuchs gegeben.
„ICH WLL NICHT DEM RANKING ODER DEN EUROS NACHJAGEN.“
Während Deine Kollegen bei lukrativen Turnieren in Doha, Abu Dhabi, Ocala und Wellington starten, warst Du in Neumünster. Wie kam es zu der Entscheidung?
Willem Greve: Ich habe versucht zu gucken, was für Grandorado und Pretty Woman im Hinblick auf die kommende Saison der beste Plan ist. Ich werde Pretty Woman vor dem Weltcupfinale noch in Göteburg reiten und dann muss sie nicht so viel fliegen und alles ist einfacher. Ich will nicht dem Ranking oder den Euros nachjagen, sondern einen richtig guten Plan für die Stute fürs Weltcupfinale machen und im Sommer natürlich Richtung WM in Aachen. Grandorado hat zudem ja auch seine Decksaison, mit der Quarantäne ist es bei einem Hengst auch immer ein bisschen schwieriger. Und die Turniere in Ocala, Wellington, Abu Dhabi und Doha finden alle auch ohne mich statt. Die VR Classics sind ein super Turnier. Ein echt traditionelles Pferdeturnier und eine super Erfahrung für meine anderen Pferde.
Du hast gerade gesagt, du rennst den Euros nicht hinterher, aber das muss man sich auch leisten können?
Willem Greve: Das stimmt, aber ich gucke einfach, was für meine Pferde richtig ist, und nicht, was wichtig für den Geldbeutel ist. Deshalb bin ich vielleicht auch nicht so weit oben in der Weltrangliste, aber ich möchte ein gutes Gewissen haben und meinen Pferden alles recht machen. Für einen vorderen Platz in der Weltrangliste bekommen ich keinen Rabatt im Supermarkt.
„ES IST MIR SCHON SEHR SCHWERGEFALLEN, HIGHWAY ABGEBEN ZU MÜSSEN“
Du hast einen mega-Lauf mit zwei gewonnen Weltcup-Etappen in dieser Saison und bist derzeit so stark beritten, dass Du sogar Dein Top-Pferd Highway TN an Lillie Keenan abgeben musstest. Ist das so richtig?
Willem Greve: Es ist mir schon sehr, sehr schwergefallen, Highway abgeben zu müssen. Aber ich habe es akzeptiert, und so ist es nun mal manchmal in unserem Sport. Aber ich vermisse ihn jeden Tag. Das war echt mein Partner die letzten sechs Jahre lang und mit diesem Pferd bin ich im internationalen Sport auf das allerhöchste Niveau gewachsen. Er hat fünf oder sechs 5* Große Preise gewonnen. Er hat so eine Einstellung, jeden Tag will er für dich arbeiten. Das ist unglaublich, er hat so einen tollen Charakter und ist das liebste Pferd. Ich bin aber auch ganz stolz auf ihn, dass er mit Lillie von Anfang an so gut springt, und Lillie ist einfach eine sehr gute Amazone. Das Team pflegt die Pferde super und das ist dann auch für mich gut, wenn es mit ihr auch so gut läuft. Aber vor allem freut es mich für Highway und ich bin echt super stolz auf ihn.
Mit Grandorado TN N.O.P., Pretty Woman van’t Paradijs N.O.P. und Party in de Hus hast Du jetzt die Qual der Wahl?
Willem Greve: Ich habe fast alle diese Pferde von jung an aufgebaut und jetzt fällt das alles zusammen. Sie haben ein gutes Alter, die Erfahrung und sind alle fit.
Willem Greve klopft auf Holz.
Grandorado ist jetzt 15 Jahre alt. Er hat nach Barcelona eine lange Pause gehabt, ist jetzt im Winter sehr gut drauf. Er muss vielleicht auch wieder in den Deckeinsatz im Frühling, aber das müssen wir noch überlegen, und danach versuche ich auch wieder, eine neue Gruppe an Pferden aufzubauen, die danach weitermachen können. Grandorado hat durch viel Pech – mein Sturz und seine Verletzungen – bei vielen Championaten gefehlt und daneben hatte er immer eine Doppel-Agenda mit dem Deckeinsatz. Ich bin froh, dass er super drauf ist im Moment und wir müssen mal sehen, wie es bei ihm im Sport weitergeht, aber er wird eben keine 5 Jahre mehr im Sport gehen. Vielleicht noch ein paar Jahre. Er ist ein abnormal gutes Pferd, mittlerweile kommen seine Nachkommen auch so langsam im großen Sport durch, und dann wird er wahrscheinlich seinen Job als Deckhengst noch weitermachen.
Große Hoffnungen setzte ich auch in den neunjährigen Party in de Hus. Wenn alles nach Plan läuft, ist er zusammen mit Pretty Woman hoffentlich meine nächste Championats-Hoffnung.
„ICH WEISS, DASS ICH TOLLE PFERDE HABE, DESWEGEN GEHE ICH MIT IHNEN AUCH SO SPARSAM UND RESPEKTVOLL UM.“
Mit wem planst du denn für die WM in Aachen im Sommer?
Willem Greve: Keine Ahnung! Also das Weltcupfinale geht Pretty Woman, wenn sie so fit bleibt. Und draußen müssen wir mal schauen. Am Ende warten wir eh erstmal ab. Vor zwei Jahren hatte ich für die Olympischen Spiele in Paris auch zwei Pferde, doch am Ende stand ich am Rand, weil Grandorado nicht fit war. Da bleib ich lieber ruhig und zurückhaltend. Es kann viel passieren. Ich weiß, dass ich tolle Pferde habe, deswegen gehe ich mit meinen Pferden auch so sparsam und respektvoll um.
Wie schaffst Du es, schon so lange konstant im Sport vorne mitzumischen?
Willem Greve lacht: So lange bin ich noch gar nicht da oben. Nein, ich habe immer versucht, die Pferde gut aufzubauen, und ich habe auch ganz viele Pferde aufgebaut und dann verkauft, weil das mein Haupteinkommen ist. Ich bin hauptsächlich Händler gewesen – jahrelang. Mit den Hengsten wie Carambole damals oder Grandorado, da habe ich natürlich gute Besitzer getroffen. Team Nijhof ist für mich ein absolutes Plus, insofern, dass die beiden Hengste nicht verkauft werden, sie Einkünfte durch den Deckeinsatz sichern. Ich konnte mich die letzten Jahre daher mehr auf den Sport konzentrieren, aber ich habe immer auch Pferde verkauft.
In welchem Alter kommen die Pferde zu Dir?
Willem Greve: Ich habe Fohlen, Jährlinge, Zweijährige, insgesamt fast 100 Pferde. Dann probiere ich, eine Gruppe von Vier- und Fünfjährigen zu haben. Ich habe zuhause nur 18 Boxen. Meine Freundin kümmert sich um die jüngeren Pferde. Die meisten Verkaufs-Pferde gehen nach Amerika, ich mache ganz viel mit Jimmy Torano und McLain Ward. Ich behalte natürlich auch Pferde und probiere, die Balance zu halten. Ich muss auch aufpassen, dass es nicht zu groß wird. Ich habe super Leute im Stall, ich habe einen ganz feinen Bereiter, der mit acht Pferden gerade bei der Sunshine Tour ist und mit ihnen Erfahrungen sammelt. Das ist alles so ein bisschen gewachsen, aber ich möchte auch beim Pferdeverkauf, dass alles vernünftig ist und ich voll dahinterstehen kann. Wenn ich sage, dass das Pferd brav oder vorsichtig ist, dann ist das auch so.
Nach welchen Kriterien suchst Du Dir die Pferde aus?
Willem Greve: Ich muss immer ein gutes Gefühl mit dem Pferd haben. Die Qualität und der Preis müssen stimmen. Ich mag ein schönes Pferd mit einem schönen Auge. Ich habe auch nicht nur Kracher, aber das ist wie mit Menschen. Was findest du an einem Mann oder an einer Frau schön – das ist Geschmackssache. Und am Ende ist es nicht nur das Pferd, sondern auch eine vernünftige Grundausbildung. Du musst an ein Pferd glauben, es vernünftig und solide ausbilden, zusehen, dass es keine schlechten Erfahrungen macht, und dem Pferd Zeit geben zu wachsen. Dann kann man einfach ganz viel erreichen mit einem Pferd, wenn es einen guten Charakter hat, und dann kann es auch viel lernen. Und wenn sie dann am Ende nicht gut genug sind für den ganz großen Sport, was die meisten nicht sind, dann findet man trotzdem sehr viele Kunden dafür. Wenn ein Pferd viel Erfahrung hat, es viel gesehen hat, sicher über das Wasser springt, einfach zu reiten ist, dann kann man die Pferde auch gut verkaufen.
Guckst Du viel nach der Abstammung oder hast Du einen Lieblingshengst als Vererber?
Willem Greve: Nein, also bei uns in der Gegend in Holland gibt’s natürlich ein paar gute Stutenstämme oder Züchter, mit denen du mal Glück gehabt hast. Aber es ist nicht so, dass ich unbedingt nur Chacco-Blue- oder Emerald-Nachkommen möchte. Ich gucke schon nach dem Pedigree, da bin ich sehr interessiert, aber es ist nicht so, dass ich einen Hengst habe, mit dem ich immer Glück habe. Sondern generell gucke ich immer erstmal nach dem Pferd.
„MAN DARF SICH AUCH SELBER NICHT VERARSCHEN, SONDERN MUSS SICH IMMER EHRLICH FRAGEN, OB DAS PFERD KÖRPERLICH UND IM KOPF SCHON SOWEIT IST, FÜR DIE AUFGABEN, DIE ICH ABFRAGE.“
Was ist deine Philosophie bei der Ausbildung mit den Pferden?
Willem Greve: Wichtig ist auf jeden Fall viel Geduld und Pferdeverstand. Es kommt darauf an, sich auf jedes Pferd individuell einzustellen, es so zu reiten, dass das Pferd sich wohl fühlt. Das eine Pferd braucht mehr Arbeit als das andere, und am Ende kann man damit einen Unterschied machen. Man darf sich auch selbst nicht verarschen, sondern muss sich immer ehrlich fragen, ob das Pferd körperlich und im Kopf schon soweit ist, für die Aufgaben, die ich abfrage. Und wenn du das ignorierst, um dem Geld nachzujagen, dann schießt Du dir selber ins Knie. Das klingt total einfach und logisch, aber manchmal ist man in einer Situation, da denkst du „puuhh, ich muss oder ich will reiten“. Am Ende musst du aber immer ehrlich zu dir selbst sein. Vor Olympia in Paris war Grandorado nicht fit. Er fühlte sich einfach nicht wie immer an. Das kann so schnell passieren. Ich habe dann entschieden, dass ich nicht reiten werde. Und dann haben viele gesagt „Idiot, du kannst zu Olympia, du musst reiten“. Aber wenn das Pferd, dass du seit zehn Jahren kennst, sich nicht gut anfühlt und nicht normal abfußt, dann hinterfrage ich das. Ich wusste, dass ihm etwas fehlt, ich wusste nur nicht was. Ich wusste nur, dass er nicht fit genug ist, um bei den Olympischen Spielen zu springen.
Du wirkst immer sehr cool und abgeklärt. Bist du auch mal nervös?
Willem Greve grinst: Wenn ich weiß, dass ich alles im Griff habe und alles läuft, dann bin ich nicht nervös. Ich bin aber auch erst so cool über die Jahre geworden. Früher dachte ich, ich muss mich jedes Mal beweisen. Das ist mittlerweile schon viel besser.
„DIE PFERDE GUT AUSZUBILDEN, DAS IST SCHÖN UND GIBT MIR AUCH DIE MEISTE BEFRIEDIGUNG.“
Du hast schon in Deiner Pony-Zeit sehr viele internationale Erfahrung gesammelt, bist bei zehn Europameisterschaften mit sieben verschieden Ponys und Pferden erfolgreich gestartet. Wie wichtig waren diese frühen Championats-Erfahrungen für Deine Entwicklung?
Willem Greve: „Alles läuft darauf zurück. Das waren sehr wichtige Erfahrungen. Ich hatte nie ein teures Pony. Wir hatten immer die Ponys, die bei anderen nicht liefen. Wir haben sie wieder in Gang bekommen und dann verkauft. Oder wir haben ein Pony in Zahlung genommen, mit dem ich dann im nächsten Jahr die Europameisterschaften bestritten habe. Ich habe Horsemanship schon mit den Ponys gelernt und auch alles was zur Grundausbildung und der Dressurarbeit dazu gehört. Wir haben nie fertige Ponys gekauft, sondern sie zu erfolgreichen Ponys ausgebildet. Und das ist für mich auch das größte Vergnügen. Die Pferde gut auszubilden, das ist schön und gibt mir auch die meiste Befriedigung.
Heute gibt es viele Reiter, die fertig ausgebildete Pferde kaufen und damit auch erfolgreich sind. Selber ausbilden können sie dagegen nicht. Wie siehst Du das?
Willem Greve: Das ist ein ganz großes Problem. Es fehlen immer öfter gute Bereiter, die junge Pferde solide ausbilden können. Das war früher in den Niederlanden und auch in Deutschland unsere Stärke, dass wir Pferde sehr gut und ausbilden konnten. Da gab es auch auf den Bauernhöfen junge Leute, die noch ein Pferd ausbilden konnten. Das hat sich heute geändert. A wollen immer mehr Ausbilder heute selbst international reiten und B ist die Ausbildung eines Pferdes heute so teuer geworden, weil die Kosten so explodiert sind. Der ganze Markt hat sich total verändert, auch mit den Online-Auktionen und die Basis geht immer mehr verloren.
Weltweit gibt es immer mehr 5*-Turniere, aber die kleinen nationalen Events und Traditions-Turniere werden weniger und haben es schwer…
Willem Greve: Das sieht man schon seit Jahren, dass es mehr Elite-Turniere für die 5*-Reiter gibt. Und dann gibt es die Arbeitsturniere, wie Riesenbeck, Opglabbeek, Peelbergen, die eine Plattformen für die Pferdevermarktung sind. Dazu kommen die Touren wie in Oliva, die Sunshine Tour, Vilamoura und Italien. Ich weiß nicht, ob es ein Problem ist. Es ist halt schade. Traditionelle Turniere wie Hannover, Bremen, Dortmund, Berlin, Dresden – die sind alle weg.
Welches Pferd ist Dein “once in a lifetime horse”?
Willem Greve zögert nicht: Auf jeden Fall Carambole. Ich habe das Glück, dass ich viele gute Pferde habe und hatte – aber Carambole ist ein Pferd, das mich in den großen Sport gebracht hat und dem ich viel zu verdanken habe.
Wenn Du siehst, dass Dich jemand auf dem Abreiteplatz filmt, sprichst Du diese Person schon mal an?
Willem Greve: Ja, mir ist es wichtig, transparent zu sein. Es ist mir wichtig, zu erklären, warum ich etwas mache. In Hamburg hat sich jemand über mein Reiten beschwert und dann bin ich abgestiegen und habe demjenigen meine Kappe gegeben und gesagt: Zeig mir mal, wie es besser geht. Danach war Ruhe. Wenn ich von einer Sache keine Ahnung habe, dann muss ich die Klappe halten.
Wie sollte der Sport mit der wachsenden Kritik umgehen?
Willem Greve: Wir müssen auf jeden Fall ruhig bleiben, den Rücken gerade machen und uns nicht in eine Ecke drängen lassen. Ich finde, die Kritik muss auch von Innen aus unseren Reihen kommen. Wir müssen uns gegenseitig stärken, aber auch Fehler offen benennen, weil wir Verantwortung haben auch untereinander. Ich habe gerade mit einem Richter gesprochen und er sagte, wir müssen alle die Verantwortung für unseren Sport noch viel stärker fühlen, und da hat er Recht.
„WIR MÜSSEN UNS DARÜBER BEWUSST SEIN, WENN WIR ETWAS FALSCH MACHEN, DANN HAT DAS AUSWIRKUNGEN AUF DEN GANZEN SPORT.“
Aber wenn Richter durchgreifen, haben sie schon mal das Problem, dass sie nicht mehr zu den Turnieren eingeladen werden…
Willem Greve: Ja, aber die Richter müssen im richtigen Moment auch die Eier haben. Jeder spricht für sich selbst und jeder weiß auch von sich selbst, bin ich über eine Grenze gegangen oder nicht. Das ist bei jedem anders, womit er leben kann und womit nicht. Ein guter Freund von mir sagt immer: „Jeder fährt sein eigenes Fahrrad“. Nur du bist verantwortlich für das, was du machst. Kein anderer. Wir müssen uns aber auch darüber bewusst sein, wenn wir etwas falsch machen, dann hat das Auswirkungen auf den ganzen Sport. Es fällt auf uns alle zurück. Das muss man sich immer klar machen. Wenn man so weit oben im Sport ist, hat man Verantwortung. Und solche Bilder im Internet machen es schon für alle schwierig.
Hat die Gesellschaft ein falsches Bild von den Pferden und kann es sein, dass sie zu sehr vermenschlicht werden?
Willem Greve: Das Missverständnis ist ja oft, dass die Menschen denken, dass das, was gut für sie ist, auch gut für die Pferde ist. Die Pferde arbeiten gerne für uns. Das haben sie schon immer getan, seit Hunderten von Jahren. Die Pferde lieben es auf einem Turnier. Und das können wir auch gerne zeigen. Natürlich wird es immer Menschen geben, die kann man nicht überzeugen, und das braucht man dann auch gar nicht zu versuchen. Wenn du 100 Leute hast, sind 15 Prozent für den Pferdesport, 10 Prozent sind dagegen, und dann gibt es die anderen 75 Prozent, die irgendwie unentschieden sind. Wir müssen dafür sorgen, dass genau die nicht zu den 10 Prozent gehen, die den Sport ablehnen.
Es heißt ja auch immer, dass wir diesen Sport nur fürs Geld machen. Aber die Sportpferde haben eine bessere Pflege und genießen eine größere Aufmerksamkeit als die Durchschnittsperson im Pflegeheim in Deutschland und Holland. Das müssen wir auch transportieren.
„VIEL ARBEITEN, GUT ZUGUCKEN, GUT ZUHÖREN UND NICHT SO VIEL AUF INSTAGRAM SEIN.“
Warum reitest Du nicht bei der Global Champions Tour mit?
Willem Greve: „Ich wurde schon ein paar Mal gefragt. Das sind ja auch ganz tolle Turniere. Aber am Ende musst Du dann bestimmte Etappen reiten und hast Verpflichtungen, auch wenn es vielleicht gerade nicht in den Plan für Dich und Deine Pferde passt. Die Pferde müssen auch sehr viel reisen. Das ist alles aufwendig. Und Du brauchst viele Pferde. Für mich hat es bisher nicht gepasst. Und die anderen Turniere, die parallel stattfinden, sind auch schön. Daher kam es für mich bisher nicht in Frage.
Wie schnell sich eine gute Pferde-Situation für einen Reiter ändern kann, weißt Du aus eigener Erfahrung…
Willem Greve: Ich habe es schon erlebt, dass ich vier Grand Prix Pferde hatte und binnen zwei Wochen war alles anders. Weil sich zwei Pferde verletzt hatten, eins zu einem anderen Reiter ging und das vierte Pferd im Deckeinsatz war.
Was ist Dein wichtigster Tipp an die Nachwuchsreiter?
Willem Greve: Viel arbeiten, gut zugucken, gut zuhören und nicht so viel auf Instagram sein.
Das Interview führte Corinna Philipps von spring-reiter.de








