95 Tage liegen zwischen dem Longines Großen Preis von Hamburg und der ersten Springprüfung bei der Weltmeisterschaft in Aachen. 95 Tage zwischen dem Turniersamstag des Al Shira`aa Deutsches Spring- & Dressur Derby, 16. Mai, und dem WM-Mittwoch, 19. August. Für die Hamburg-Reiter gilt es, ein Zeichen zu setzen, wer bei der WM dabei sein möchte. Ein solches Zeichen möchte auf jeden Fall Hamburgs Vorjahressieger setzen: Christian Ahlmann.
„Hamburg war für mich die letzten 20 Jahre immer ein ganz wichtiges Turnier – und das ist es immer noch. Hamburg ist ein super Turnier, immer top besucht mit toller Stimmung – ein ganz besonderes Turnier, das wir, Gott sei Dank, in Deutschland immer noch haben.“
2025 hat Christian Ahlmann seinen dritten Sieg im LONGINES Großen Preis von Hamburg gefeiert. 2013 mit Codex One, 2022 mit Dominator Z und 2025 mit Dourkhan Hero Z. „In der Zeit davor bin ich ein bisschen im Mittelfeld ‚herumgekrebst‘“, blickt der 51-Jährige zurück. „Das ist eine Beschwerde auf hohem Niveau, aber so ganz große Schweißperlen haben meine Konkurrenten nicht bekommen, wenn ich in den Parcours einritt.“ Doch er habe die Zeit genutzt und neue Pferde aufgebaut. „Dourkhan war immer ein ganz besonderes Pferd, aber eben auch lange im Deckeinsatz.“ Natürlich sei da die Hoffnung gewesen, dass er sich so entwickeln würde wie er es dann in Hamburg gezeigt hat. „Dieser Sieg war einer der Momente, in dem man nach einer langen Zeit des Säens auch mal wieder ordentlich ernten kann.“ Das sei ein unheimlich schönes Gefühl. „Und auf so einem Platz wie Hamburg ist es natürlich umso schöner, solche Erfolge zu feiern.“
Mit Dourkhan Hero Z, dem Sea Coast Don’t Touch Tiji Hero-Sohn, strebt Ahlmann in diesem Jahr den Weg Richtung Weltmeisterschaft in Aachen an. „Der Sieg in Hamburg war das erste große Ausrufungszeichen, das er gesetzt hat. Er hatte vorher schon ein paar gute Runden gedreht, aber in Hamburg hat alles perfekt gepasst.“ Inzwischen habe sich der Elfjährige noch weiterentwickelt, eine gute Hallensaison gesprungen, sei nun einige Zeit im Deckeinsatz gewesen, um sich dann wieder komplett dem Sport zu widmen. Mit dem zehnjährigen Untouched LB hat der Hamburg-Sieger ein weiteres „extrem gutes“ Pferd unter dem Sattel. Achtjährig hat er den United Touch-Sohn in den Stall bekommen. „Da ist er auch schon mal 1,45-Meter-Springen gegangen. Neunjährig ist er an den großen Sport herangeführt worden und hat abnormal tolle Runden gezeigt. Das muss jetzt natürlich noch weiter gefestigt werden.“
Neben Dourkhan Hero Z und Untouched stehen einige weitere Pferdeathleten in Ahlmanns Stall, alle im besten Alter zwischen neun und zwölf Jahren. Pferde wie der neunjährige Applebridge Tag Z beispielsweise – „Er macht auch richtig Spaß!“, strahlt Ahlmann. „Es ist wichtig, dass man ein gutes Team an Pferden hat, die sich gegenseitig entlasten können. Und natürlich ist es gut, wenn sie nicht so alt sind, damit man sie von Anfang an in die Bahnen lenken kann, die man haben möchte. Das ist dann perfekt.“
Ahlmanns Auswahl für Hamburg ist groß, aber für ihn ist sicher, dass er mindestens einen seiner beiden Top-Favoriten Richtung WM mitbringen wird: Dourkhan Hero Z oder Untouched. „Wenn es in Hamburg klappt, ist die Chance nicht schlecht, dass sich das Pferd auch in Aachen wohlfühlt“, erklärt Ahlmann. „Da gibt es einige Parallelitäten: beides sind große Rasenplätze, die nicht einfach zu reiten sind. Beide sind nicht einfach viereckig, bei beiden begegnet man auch mal einem Naturhindernis auf dem Platz und drumherum sind viele Zuschauer. Entweder die Pferde fühlen sich auf einem solchen Platz wohl und springen noch wesentlich besser als sonst oder sie kommen auf den Platz und fühlen sich plötzlich nur noch halb so groß. Hamburg ist sicher schon mal ein guter Test für die WM in Aachen.“
(KiK/pe&pa)
Christian Ahlmann mit Pflegerin Elsa und Dourkhan Hero Z nach ihrem dritten Sieg in Hamburg 2025. Foto: Christian Ahlmann für spring-reiter.de
