Nach Runde 2 im Worldcup-Finale: Kent Farrington hält weiter Pole-Position – Deusser und Dittmer noch im Rennen – Pech für Vogel

In der zweiten Runde des Weltcup-Finales in Fort Worth wurden die Karten für viele neu gemischt. Nicht so für den Weltranglistenzweiten Kent Farrington. Im Sattel seiner Super-Stute Greya (v. Colestus) dominierte der US-Amerikaner auch die zweite Prüfung nach Stechen im Kampf um den Titel in Fort Worth. Bester Deutscher an diesem Abend in Texas war Rene Dittmer mit seinem Holsteiner Cody (v. Casall). Die beiden waren die Einzigen, die im Stechen die deutsche Fahne hoch hielten. Nach einem Stangenkontakt im Stechen wurde es Platz sechs für den aus Stade bei Hamburg stammenden Springreiter und auch Platz sechs im Zwischen-Ergebnis. Daniel Deusser und Otello de Guldenboom, nach dem ersten Tag noch auf Platz zwei, kamen mit einem ärgerlichen Netzroller aus dem Umlauf. Im Zwischen-Ranking liegen die beiden trotzdem noch in Schlag-Distanz auf Rang vier, zusammen mit Eiken Sato, hinter dem Führenden Kent Farrington, Steve Guerdat und Kevin Staut. Richtig Pech an diesem Abend in Texas hatte Richard Vogel, aber der Reiher nach.

Die erste Null-Runde am Freitagabend lieferten die Norwegerin Oda Charlotte Lyngvaer und die 12-jährige Stute Carabella vd Neyen Z (v. Carrera VDL). Zum Stechen dazu gesellte sich Eiken Sato mit Chadellano JRA (v. Chacco-Blue) sowie Katherine Dinan und Out of the blue SCF (v. Verdi). Rene Dittmer und der Holsteiner Cody (v. Casall) ließen den Parcours leicht aussehen, blieben cool und lösten souverän ihr Ticket für das Stechen. Das schafften auch der Franzose Kevin Staut und die 17-jährige Visconti du Telman. Für den Franzosen ist es das 15 Weltcup-Finale. Auch der dreimalige Weltcup-Sieger Steve Guerdat bestätigt mit Albführen’s Iashin Sitte (v. Bamako de Muze) seine Form und blieb fehlerfrei. Ebenso wie der Weltranglistenzweite Kent Farrington mit seiner Super-Stute Greya (v. Colestus), die im Umlauf ebenfalls nichts anbrennen ließen.

Im Stechen machte dann Kent Farrington mit seiner Greya als letzter Starter von sieben den Sack für sich zu. Zuvor hatte sein Verfolger Steve Guerdat mit Albführen’s Iashin Sitte im Stechen einen Abwurf kassiert. Besser lief es für Eiken Sato, der mit Chadellano JRA eine weitere Null-Runde ablieferte und sich auf Rang zwei in der Prüfung platzieren konnte. Kevin Staut schob sich auf Rang drei und hält diese Position auch im Zwischen-Ranking.

PECH FÜR RICHARD VOGEL

Und wie lief es für die anderen deutschen Reiter? Patrick Stühlmeyer musste mit Baloutaire PS (v. Balou du Rouet) als erster Deutscher in den Parcours . In Runde eins mit Pech am letzten Sprung, war es in Runde zwei ein einfarbiger Steil-Sprung mit einer Wassermatte, der zur Fehlerquelle für die beiden wurde. Zum letzten Hindernis stimmte die Distanz nicht ganz, so dass am Ende leider acht Strafpunkte im Protokoll standen.

Richtig Pech hatte Richard Vogel mit seinem Gangster Montdesir (v. Kannan). Nach einer sicheren Runde, kassierte der Weltranglistendritte einen Fehler an einem Oxer auf der Schlusslinie. Am letzten Hindernis, ebenfalls einem Oxer, kam es zu einem Missverständnis und der Zehnjährige fusste ein und sein Reiter verlor die Balance. Zum Glück ist beiden nichts passiert, der Sturz war auch erst nach der Ziellinie, so dass es acht Strafpunkte im Endergebnis wurden. Vogel rangiert jetzt auf Rang 17, Patrick Stühlmeyer auf Rang 25, das heißt, beide sind für das Finale am Sonntag qualifiziert.

Das ganze Ergebnis der Prüfung: HIER

Das Zwischen-Ergebnis: HIER

Der Zeitpklan

Der Samstag ist ein Ruhetag für die Teilnehmer des Longines FEI Jumping World Cup Finals. Am Sonntag wird der Sieger des Longines FEI Jumping World Cup 2026 nach einem hoffentlich spannenden Finale gekürt. Das Springen über 1,60m geht über zwei Runden und beginnt um 12.00 Uhr Ortszeit, Runde zwei startet gegen 15 Uhr Ortszeit.

Das Format

In den ersten beiden Wettkämpfen besteht das Ziel darin, so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Der Sieger jeder Klasse erhält Punkte basierend auf der Gesamtzahl der Starter im ersten Wettkampf sowie einen Bonuspunkt. Die Punktzahl verringert sich dann für jeden nachfolgenden Platz um einen Punkt.

Beständigkeit ist das A und O. Jeder Reiter, der in den ersten Runden dieser beiden Tage aufgibt oder ausscheidet, erhält keine Punkte, was die Titelhoffnungen praktisch zunichte macht. Nach dem zweiten Wettkampf werden die Gesamtpunkte in Strafpunkte für den letzten Tag umgewandelt. Der Führende (der Reiter mit den meisten Punkten) erhält eine Wertung von 0 Strafpunkten. Für den Rest des Feldes wird der Abstand zwischen ihren Punkten und der Wertung des Führenden mit einem Koeffizienten von 0,50 multipliziert. Dies bestimmt die Strafpunktzahl für das Finale.

Im Laufe des Turnier-Wochenendes wird das Teilnehmerfeld auf die Allerbesten reduziert: Nur die 30 besten Paare der ersten beiden Prüfungen qualifizieren sich für den dritten und letzten Wettkampf. Nach der ersten Runde am Sonntag ziehen nur die 20 besten Paare in die zweite und entscheidende Runde ein.
Das Finale am Sonntag bietet allerdings noch eine Besonderheit: Jeder Reiter, der in der ersten Runde am Sonntag fehlerfrei war, darf in die zweite Runde zurückkehren, auch wenn er nicht unter den Top 20 der Gesamtwertung steht. Zwar haben diese Reiter keine Chance mehr auf den Gesamtweltcup-Titel, können aber weiterhin um die Platzierungen in der Einzelwertung und das für diesen Tag ausgelobte beträchtliche Preisgeld von 300.000 Euro kämpfen.

Die Rechnung am Sonntagnachmittag ist ganz einfach: Der Reiter, der alle drei Prüfungen mit der geringsten Gesamtzahl an Strafpunkten absolviert, wird zum neuen Longines FEI Jumping World Cup Champion gekürt.

Übertragung auf: FEITV clipmyhorse und im Livestream bei Sportschau.de (am 12. April)