Keine Global Champions Tour mehr in Hamburg und Berlin: Riesenbeck heißt die neue Etappe!
Der letzte LGCT-Sieger in Hamburg: Christian Ahlmann mit Dominator Foto: spring-reiter.de

Keine Global Champions Tour mehr in Hamburg und Berlin: Riesenbeck heißt die neue Etappe!

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Die Global Champions Tour sortiert sich im kommenden Jahr neu in Deutschland. Nicht mehr von Volker Wullf organisierte Turniere in Hamburg und Berlin werden Etappen sein, sondern Ludger Beerbaums Anlage in Riesenbeck, wo in diesem Jahr auch schon die Europameisterschaft stattfand.

„Riesenbeck International wird 2023 als einzige Veranstaltung in Deutschland ein spannendes Debüt auf der Longines Global Champions Tour geben“, hat gerade LGCT selbst bekannt gegeben. „Die Veranstaltung findet vom 21. bis 23. Juli auf der vom mehrfachen Olympiasieger Ludger Beerbaum entwickelten Pferdesportanlage der Spitzenklasse statt. Der Austragungsort der Europameisterschaften im vergangenen Jahr wird im kommenden Sommer die weltbesten Reiter und Pferde des Spitzensports zu einer spannenden Etappe bei den Mannschafts- und Einzelmeisterschaften begrüßen.“

Ludger Beerbaum selbst sagte: „Wir freuen uns jetzt sehr, Teil dieser besonderen Serie zu sein. Das Riesenbecker Rasenstadion wird damit erneut zur Bühne für ein internationales Pferdesport-Event der Spitzenklasse.“ LGCT-Präsident Jan Tops ergänzte: „Wir freuen uns sehr, Riesenbeck als unsere deutsche Etappe in der LGCT- und GCL-Serie 2023 bekannt zu geben und freuen uns auf eine großartige Veranstaltung an diesem fantastischen Ort und auf die Zusammenarbeit mit unserem Partner Ludger Beerbaum und seinem Team.“ Weitere Details der neuen Veranstaltung in Riesenbeck International und der vollständige Kalender für 2023 werden in Kürze bekannt gegeben.

Es knirschte ja schon in diesem Jahr zwischen dem deutschen Veranstalter Volker Wulff und den Organisatoren der Longines Global Champions Tour um Jan Tops: Während weltweit neue Veranstaltungsorte in den Tour-Kalender aufgenommen wurden, wurde die LGCT-Etappe in der deutschen Hauptstadt abgesagt, die im Sommer zum fünften Mal am Fuße des Funkturms in Berlin über die Bühne gehen sollte. Die karge Nachricht lautete: „Die Veranstalter der Longines Global Champions Tour sehen sich aus verschiedenen Gründen dazu gezwungen, das Berliner Fünf-Sterne-Springturnier auch in diesem Jahr ausfallen zu lassen. Nach zwei Jahren Corona-Restriktionen und der aktuellen Krisensituation aufgrund des Ukraine-Krieges sind die logistischen Herausforderungen für die Longines Global Champions Tour zunehmend schwer zu stemmen und so hat man sich dazu entschieden, in diesem Jahr lediglich eine Station in Deutschland umzusetzen, und zwar in Hamburg im Rahmen des Deutschen Spring- und Dressur-Derby.“ Man wollte im Verlauf des Jahres einen Weg finden, dass es im Jahr 2023 eine Fortsetzung in Berlin und damit wieder zwei Etappen in Deutschland gibt und konzentrierte sich erst einmal auf das Himmelfahrts-Event in Hamburg, im Rahmen des Deutschen Spring- und Dressurderbys.

Doch jetzt wird von Volker Wulffs Engarde-Team verkündet, dass der bejubelte Sieger des LGCT-Grand Prix am 28. Mai 2022 in Hamburg, Christian Ahlmann auf Dominator 2000 Z, der letzte Tour-Sieger an der Elbe war:

„Der Turnierklassiker in Hamburg-Klein Flottbek ist vor allem bekannt für das Deutsche Spring- und Dressur-Derby, präsentiert von IDEE KAFFEE, kombiniert mit den wichtigsten klassischen Springprüfungen der Welt, wie dem Championat von Hamburg und dem Großen Preis von Hamburg“, so beginnt die offizielle Erklärung.

„Das stand für uns immer im Vordergrund und soll auch weiterhin so sein: Das traditionsreiche Derby in Kombination mit modernem Springsport auf Weltniveau“, erklärt Derbychef Volker Wulff. Bisher bestritt die Longines Global Champions Tour den Großen Preis von Hamburg als Etappe der Serie. Das wird sich ab 2023 ändern: „Wir hatten die Tour sehr gerne zu Gast in Klein Flottbek, aber Hamburg hat sein eigenes Profil, das ist seit über 100 Jahren etabliert. Dieses Profil darf sich durch einen Seriengast nicht ändern oder verwässern. Deswegen haben wir uns mit der Tour darauf verständigt, den nun auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern“, erklärt Wulff weiter. „Und so ist es nach 15 Jahren nun an der Zeit, getrennte Wege zu gehen. So wollen wir das Derby und den Topreitsport in Hamburg als Einheit erhalten. Dafür wird dieses Event von einem Millionenpublikum so geliebt – ein sportliches und gesellschaftliches Highlight in einer der schönsten Städte der Welt, auf einem der schönsten Plätze der Welt.“

Sportlich soll das dem Turnierplatz Hamburg keinen Abbruch tun: „Die Prüfungen werden insgesamt aufgewertet: das Deutsche Spring-Derby, das Championat von Hamburg und der Große Preis von Hamburg werden lukrativer für die Reiter – der Große Preis von Hamburg wird wieder für sich stehen und glänzen und das hat er auch verdient!“

Schade ist diese Entwicklung in jedem Fall. Denn in Berlin, wo früher einmal internationales Reiter-Flair zu Hause war, wird wieder, wie schon über so viele Jahre, die hippologische Leere ausbrechen. Und ob dem Derby in Hamburg internationaler Reiter-Glanz fehlen wird oder nicht muss sich zeigen. Volker Wulff ist sich im Gespräch mit spring-reiter.de an diesem Punkt allerdings ganz sicher: „Es wird, auch durch die Erhöhung der Prämien, ein Starterfeld geben, bei dem keine großen Namen fehlen, sondern das internationalem 5*-Niveau entspricht.“ Da an dem Derby-Wochenende keine Global Tour-Etappe parallel ihre Anziehungskraft entfaltet, sieht er auch keinen Grund, warum deutsche Top-Reiter wie Daniel Deusser oder Christian Ahlmann nicht kommen sollten. „Und Steve Guerdat zum Beispiel reitet sowieso keine Global Tour.“