Spannung steigt: Barcelona lädt diese Woche zum Nationenpreis-Finale
Die Belgier von Peter Weinberg gehen in Barcelona als Titelverteidiger ins Rennen. Foto: FEI/Richard Juilliart

Spannung steigt: Barcelona lädt diese Woche zum Nationenpreis-Finale

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Das Longines FEI Jumping Nationscup Finale 2023 verspricht eine hart umkämpfte Angelegenheit zu werden. Für einige Nationen bietet sich in Barcelona die letzte Chance, sich für Olympia 2024 in Paris zu qualifizieren. Insgesamt 86 Athleten aus 19 Nationen gehen bei dem viertägigen Turnier (vom 27. Sept. – 1. Oktober 2023) in dieser Woche in Spanien an den Start. Die deutschen Farben werden in diesem Jahr von Hans-Dieter Dreher, Christian Kukuk, Jörne Sprehe, Richard Vogel und Jana Wargers vertreten.

Titelverteidigung

Die belgische Mannschaft von Peter Weinberg reist als Titelverteidiger an, nachdem sie sich nicht nur den Titel 2022, sondern auch den einzigen Qualifikationsplatz für die Olympischen Spiele 2024 in Paris gesichert hat. Es war ein beeindruckender Sieg, ihr dritter seit der Einführung des Finales im Real Club de Polo im Jahr 2013.

Weinberg kehrt mit drei Mitgliedern der letztjährigen Siegermannschaft zurück: Koen Vereecke, Gregory Wathelet und Gilles Thomas, die in diesem Jahr zudem von Niels Bruynseels und Wilm Vermeir unterstützt werden.

An den Start in Spanien gehen Mannschaften aus Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, Mexiko, Niederlande, Spanien, Schweiz, USA und Usbekistan.

Rivalität

Da die Olympischen Spiele in Paris 2024 weniger als ein Jahr entfernt sind, wird die Zeit für die Länder, die sich noch nicht qualifiziert haben, nun knapp. Daher wird die Rivalität zwischen Argentinien, Brasilien, Italien, Mexiko, den USA und Usbekistan besonders groß sein, da noch keines dieser Teams das begehrte Ticket für die französische Hauptstadt im nächsten Sommer gelöst hat.

Für die nord- und südamerikanischen Länder gibt es eine weitere Chance bei den Panamerikanischen Spielen 2023 in Chile im November, wo die letzten drei Olympia-Plätze vergeben werden. Für Italien und für Usbekistan ist Spanien allerdings die allerletzte Chance.

Die Italiener schicken mit Alberto Zorzi, Emanuele Camilli und Giampiero Garofalo drei Mitglieder des Teams, das vor drei Wochen bei der FEI-Spring-Europameisterschaft in Mailand den zehnten Platz belegte, sowie die supererfahrenen Lorenzo de Luca und Piergiorgio Bucci.

Die usbekische Mannschaft ist weit weniger bekannt, aber Abdurakhmon Abdullaev, Bekzod Kurbanov, Azam Tolibbaev und Nurjan Tuyakbaev werden genauso konzentriert sein.

Kein Risiko

Die Amerikaner wollen die Olympiaqualifikation auch nicht bis zur letzten Minute aufschieben. Chef d’Equipe Robert Ridland setzt in Barcelona auf eine starke Mannschaft, die von Laura Kraut und McLain Ward angeführt wird und von Devin Ryan, Jessica Springsteen sowie Karl Cook unterstützt werden.

Mit dem sechsten Platz bei der letzten Europameisterschaft in Mailand hat das Schweizer Team die Olympia-Qualifikation in der Tasche. Für die Schweiz gehen Steve Guerdat und Martin Fuchs zusammen mit Elian Baumann, Alain Jufer und Janika Sprunger an den Start.

Zwei der europäischen Einzelmedaillengewinner werden diese Woche ebenfalls im Einsatz sein – Goldmedaillengewinner Guerdat, der derzeit die Nummer drei der Welt ist, und Bronzemedaillengewinner Julien Epaillard aus Frankreich, der die Nummer zwei der Welt ist. Insgesamt werden sieben der zehn besten Athleten der aktuellen Weltrangliste in Barcelona antreten, darunter auch der Weltranglistenerste Henrik von Eckermann aus Schweden, der im Einzel an den Start gehen wird.

Feuer und Flamme

Die Franzosen haben unter der Führung von Epaillard ein starkes Aufgebot, zu dem auch der Weltranglistenneunte Simon Delestre, Dublin-Grand-Prix-Sieger Francois Xavier Boudant, Olivier Perreau und Olivier Robert gehören.

Irlands Michael Blake schickt mit Trevor Breen einen der Reiter aus der Mannschaft, die in Mailand Mannschaftssilber holte. Dazu kommen Daniel Coyle, Jack Ryan, der erfahrene Denis Lynch und der 19-jährige Max Wachman.

Auch die Niederländer sind stark: Harrie Smolders, Maikel van der Vleuten und Jur Vrieling gehören zum Aufgebot von Jos Lansink. Auch mit dem Team aus Mexiko muss man rechnen: Im vergangenen Jahr gewannen sie den Challenge Cup am Samstagabend und verwiesen die frisch gebackenen Weltmeister aus Schweden auf den zweiten Platz.

Interessant

Eines der interessantesten Teams der kommenden Woche dürfte jedoch Brasilien sein, wo neben Stephan de Freitas Barcha, Marlon Modolo Zanotelli, Rodrigo Pessoa und Pedro Veniss auch die ehemahls für Portugal startende Luciana Diniz im Aufgebot steht. Diniz hatte im vergangenen Oktober eine Pause vom Sport eingelegt und ist erst im Juli dieses Jahres wieder auf internationaler Ebene aktiv geworden. Sie nahm 2004 für Brasilien an den Olympischen Spielen in Athen teil, trug die portugiesische Fahne aber auch bei den Spielen in London 2012, Rio de Janeiro 2016 und Tokio 2020 und nimmt nun für Brasilien erneut Paris 2024 ins Visier.

Alle anderen brasilianischen Reiter waren in letzter Zeit in außergewöhnlicher Form, und mit dieser talentierten Dame, die ebenfalls berufen wurde, werden sie sicherlich nicht nur auf den Titel des Longines FEI Jumping Nationscup Finale 2023 schielen, sondern auch auf den einzigen Olympiaqualifikationsplatz.

Die 2023er Ausgabe beginnt am Mittwoch, den 27. September, mit dem Vet-Check, Trainingseinheit und der Auslosung der Startreihenfolge. Die Prüfungen beginnen am Donnerstag, den 28. September. Die besten acht Teams ziehen in die mit 1.250.000 € dotierte Finalrunde am Sonntag ein, während die übrigen Länder am Samstagabend um den mit 300.000 € dotierten ChallengeCup kämpfen werden.

Die Teilnehmer-Liste: HIER

spring-reiter.de berichtet live vor Ort.