Die Begeisterung der Teilnehmer war weit über die Schleswig-Holsteinischen Landesgrenzen zu hören, das Lob für die Veranstalter, Familie Ahlmann, riesig: Die Premiere der Ahlmann Masters in Reher hätte besser nicht laufen können. An vier Tagen hatten die Ahlmanns zum Turnier-Event im Norden samt Hengstschau und vielen Highlights geladen. Nicht nur pferdebegeisterte Zuschauer kamen in Scharen: Der Run von Profis wie Amateuren war so groß, dass auch der Donnerstag noch mit ins Programm aufgenommen wurde. Springprüfungen der Klassen L und M offerierte die vielseitige Ausschreibung, optimale Bedingungen mit großzügigen Abreite- und Parkmöglichkeiten ließen Reiterherzen höherschlagen. Der Samstag war der gefeierte Haupttag mit dem Großen Preis als Höhepunkt. Die Springprüfung der Klasse S** über 1,45 Meter, mit Unterstützung vom Gestüt Fohlenhof, Professor Dr. Heicke, entschied die Dänin Miamaja Lundblad mit ihrer Stute Crystal Blue in einem spannenden Finale für sich. Aber der Reihe nach…
Die Teilnehmer konnte sich auch gleich hautnah von dem neuen Reitplatz mit den beeindruckenden Maßen von 50 x 100 Metern, gebaut nach modernsten Standards vom Traditionsunternehmen Moritz Labjuhn und als Ebbe-Flut-Platz konzipiert, überzeugen. Der neue Platz trägt einen besonderen Namen: Als Würdigung des Starvererbers Cascadello und in Dankbarkeit für die enge Verbundenheit mit der Besitzerfamilie um Professor Dr. Bernd Heicke heißt die Anlage nun „Cascadello-Arena“ – und bildet damit das glänzende Herzstück der international agierenden Hengststation und des renommierten Turnierstalls.
Teamgeist, Hengstschau und mehr
Eröffnet wurde der besondere Tag mit einer Springprüfung der Klasse S über 1,40 Meter, mit Unterstützung von Theurer Trucks. Beachtliche 83 Teilnehmer hatten sich in die Starterliste der nach Fehler und Zeit gerichteten Prüfungen eintragen lassen: Simon Heineke (RFV Stall Moorhof e.V.) pilotierte seine Holsteiner Stute Call me Pretty v. Comme il faut in der Spitzenzeit von 59,98 Sekunden über die Ziellinie und sicherte sich damit die Goldene Schleife in der hochkarätigen Konkurrenz. Tomma Thiessen von der Sonneninsel Fehmarn, schon seit Monaten in bestechend guter Form, folgte mit ihren zwei Pferden, Django Riff und Bert, auf den Plätzen zwei und drei (0/60,92 Sekunden und 0/61,62 Sekunden).
Anschließend machte der Reitsport eine kurze Pause: Bei dem Teamwettbewerb „Spiel ohne Grenzen“ auf dem Grasplatz, das sich bewusst an die Menschen der Region richtete, stand der Spaß und das Miteinander im Vordergrund. Unterstützt wurde es von Jens van der Walle und Manfred von Allwörden. 20 Mannschaften waren angetreten – am Ende siegte das Team Ritters, es folgten die „69er“ und die Spieler vom Hof Magens. Den vierten Platz belegte das Team Kyffhäuser.
Bevor mit dem Großen Preis wieder elitäre sportliche Akzente gesetzt wurden, betrat Familie Ahlmann persönlich den Platz: „Wir möchten alle Gäste, Freunde, Reiter und Besucher herzlich willkommen heißen“, formulierte Pheline Ahlmann die eröffnenden Worte. „Mit diesem Platz geht ein Kindheitstraum von Papa in Erfüllung. Die Idee dazu gab es viele Jahre, mit Hannes und mir ist sie weitergewachsen und konkreter geworden, und so waren wir sehr glücklich und dankbar, als die Baumaßnahmen Ende 2025 begonnen haben. Umso stolzer sind wir, was wir mit unserem gesamten Team, Moritz Labjuhn und allen unglaublichen Menschen um uns herum hier geschaffen haben.“
Hannes Ahlmann ergänzte: „Mit der Cascadello-Arena verfolgen wir eine Vision, wollen nicht nur den Generationenwechsel bei uns in der Familie einleiten und auf die nächste Stufe heben, damit wir uns als Team mit unseren Schülern und im Sport weiterentwickeln. Sondern wir wollen darüber hinaus der Region etwas zurückgeben, beste Trainings- und Turnierbedingungen für Profis, Amateure und junge Pferde schaffen und so dazu beitragen, dass Holstein seinen Weg zurück an die Spitze im Springsport findet.“
Anschließend nutzte Familie die wertvolle neue Bühne, um den Gästen ihr aktuelles Hengstlot zu präsentieren. Den Auftakt machte natürlich der Ausnahmevererber Cascadello v. Casall-Clearway. An der Hand von Dirk Ahlmann präsentierte sich der 17-Jährige frisch und athletisch. „Ohne Cascadello wäre dies alles nicht möglich, und es macht uns sehr stolz zu sehen, wie viele tolle Nachkommen von ihm auf der ganzen Welt erfolgreich unterwegs sind“, erklärte Pheline Ahlmann und sprach nachdrücklich ihren Dank aus. „Professor Dr. Bernd Heicke unterstützt uns als Familie schon so viele Jahre auf beste Art und Weise, und ohne diese Unterstützung hätten wir viele Erfolge nicht so feiern können und würden wir heute nicht so hier stehen. Vielen lieben Dank!“ Und so ließ es sich auch der 90-jährige Heicke mit seiner Tochter Claudia nicht nehmen, dem Turnier persönlich beizuwohnen. Stationseigener Dirk Ahlmann nutzte die Gelegenheit und richtete sehr persönliche Worte an seinen Mäzen: „Du hast mich immer für das feinfühlige Reiten motiviert, aber mich auch gebremst: Du hast immer das Pferd und die Ausbildung in den Vordergrund gestellt und nie das reine Business.“ Professor Dr. Bernd Heicke beschrieb die gemeinsame Beziehung so: „Nach der Ersteigerung von Cascadello habe ich Dirk kennengelernt, wir wurden Partner und Freunde und ich bin ganz froh, dass er unseren Hengst zu dem gemacht hat, was er heute ist: einer der führenden Springpferdevererber weltweit.“ Gemeinsam haben die beiden übrigens noch eine besondere Idee entwickelt: „Von jeder Stute, die von einem Hengst der Station Ahlmann belegt wird, fließen zehn Prozent der eingenommenen Deckgelder in den Sport zurück. Diese Mittel werden genutzt, um Nachwuchsreitern, Amateuren und Profis auf diesem Platz weiterhin alle Möglichkeiten zu bieten“, fasste Dirk Ahlmann das neue Förderungskonzept zusammen. „Damit verbinden wir Zucht und Sport – und alle Reiter sind uns hier in Zukunft herzlich willkommen.“
Weitere Beschäler gaben sich im Anschluss die Ehre: der sechsjährige Calizio v. Cascadello, der erst dreijährige Chocarino v. Chaccothage Blue PS, Ponyhengst Del Piero, der so vielen Reiter-Kindern den Weg in den Spitzensport geebnet hat, und der neunjährige KWPN-Hengst Madness, mit dem Hannes internationale Erfolge feiert.
Großer Preis
Sportlicher Höhepunkt in der Cascadello-Arena war der Große Preis, mit Unterstützung vom Gestüt Fohlenhof, Professor Dr. Heicke. 32 Athleten traten an, für das Stechen qualifizierten sich zehn von ihnen. Der schwedische Olympiareiter Rolf-Göran Bengtsson (RV Breitenburg e.V.) und sein Top-Partner, der Holsteiner Caillan v. Casall, sahen schon wie die sicheren Sieger aus, fegten in der Bestzeit von 37,95 Sekunden durch die finale Aufgabe – am letzten Hindernis fiel die Stange. Und dann war es an den Damen: Die Dänin Miamaja Lundblad und ihre selbstgezogene Clooney-Tochter Crystal Blue markierten mit 38,48 Sekunden eine Bestmarke, die nicht mehr getoppt werden konnte. „Ich bin immer besonders zufrieden mit mir, wenn alles so gut klappt“, strahlte die Siegerin, die unweit der dänischen Grenze einen kleinen Zucht- und Ausbildungsbetrieb betreibt. An zweiter Position reihte sich Teike Friedrichsen (RuFV Obere Arlau Sitz Behrendorf) mit ihrer Holsteiner Stute Kasanga VA v. Diamant de Semilly in fehlerfreien 38,61 Sekunden ein, vor Pheline Ahlmann und ihrem bewährten Hengst Carlon SR v. Cascadello I in 39,38 Sekunden. Christian Hess (TRSG Holstenhalle Neumünster) hatte mit seinem Westfalen Zafir den Großen Preis an sechster Stelle abgeschlossen und sprach wohl im Namen aller Reiter: „Der Platz sucht seinesgleichen, ist mit den Baumbeständen und Zuwegen sehr schön angelegt. Es war eine tolle Veranstaltung, ein rundes Konzept, und wir alle können happy und dankbar sein, dass wir einen hervorragenden Standort mehr in Schleswig-Holstein haben. Nur so können wir gestärkt und zusammen in die Zukunft gehen, und ich denke, das ist genau das, was Dirk Ahlmann und seine Familie erreichen wollen.“
Die Premiere der Ahlmann Masters war nicht nur ein sportliches Top-Event mit züchterischen Glanzlichtern. Das Turnier stand zugleich für die Zukunftsvision der Familie und machte die enge Verbundenheit sowie das vertrauensvolle Miteinander aller Beteiligten sichtbar, die es braucht, um diesen wegweisenden nächsten Schritt zu gehen.
„Ein Kindheitstraum!“ Interview mit Dirk Ahlmann
Es wurde mehrfach erwähnt: Dieser moderne Reitplatz war ein Kindheitstraum von Ihnen. Wie fühlt es sich nun an, wo er so feierlich eingeweiht wurde?
Dirk Ahlmann: Das ist für mich schwer zu realisieren, ist mit vielen Emotionen verbunden und einer großen Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass sich Pheline und Hannes entschlossen haben, in meine Fußstapfen zu treten und dass wir diesen Traum nun gemeinsam leben. Die Entscheidung, das Projekt anzugehen, haben wir deshalb auch zusammengetroffen, die detaillierte Planung und Umsetzung lagen im Wesentlichen in meiner Verantwortung. Schließlich laufe ich seit 24 Jahren über das Gelände und träume diesen Traum. Ich habe jeden Meter tausend Mal abgeschritten und wusste, wo ich was hinhaben wollte.
Das erste Turnier ist vorüber. Was gab es für ein Feedback von den Teilnehmern?
Dirk Ahlmann: Die Rückmeldungen sind sensationell und alle haben sich über die Bedingungen gefreut. Was alle gesagt haben: Es herrscht hier eine besondere Atmosphäre und es lag eine einmalige Ruhe über dem Platz und der gesamten Anlage. Ich glaube, das liegt an dem Gelände mit dem alten Baumbestand. Ich habe schon das Gefühl, dass sich Pferde und Reiter hier ganz besonders wohlgefühlt und entspannt haben.
Die Ahlmann Masters sollen kein einmaliges Event sein, sondern Ihr plant dauerhaft. Wie sieht die Vision aus?
Dirk Ahlmann: Unser Vorhaben ist mehrschichtig. Es soll ein besonderes Event im Jahr geben, so wie dieses, für Freunde und Familie, für Profis und Amateure. Dann werden Turniere entstehen, bei denen junge Pferde und junge Reiter ausgebildet werden können. Und wir wollen den Menschen, die neu einsteigen, die Basis vermitteln. Also: Wie funktioniert überhaupt Turnier? Das heißt, wir holen die Nachwuchssportler an der Meldestelle ab, gehen Parcours ab und begleiten sie während der Prüfungen. Dafür haben wir hier die perfekte Infrastruktur geschaffen und können so unseren Teil dazu beitragen, dass unser Sport weiter seine Berechtigung hat. Darüber hinaus wird der Reitverein Hanerau-Hademarschen bei uns sein Hausturnier durchführen.
Mit dem Teamwettbewerb Spiel ohne Grenzen wurden bewusst Menschen aus der Region in das Event eingebunden. Warum war Ihnen das so wichtig?
Dirk Ahlmann: Wenn ich es nicht schaffe, die ländliche Region für unsere Veranstaltung zu gewinnen, dann werde ich es noch weniger schaffen, die Menschen in der Umgebung für den Pferdesport zu begeistern. Ich wollte sie also abholen und zum Mitmachen animieren. Mir ist bewusst, dass wir nicht mehr der klassische Breitensport sind, aber wir können die Menschen anders zusammenbringen und so das Miteinander fördern. Das hat toll geklappt, auf die Gemeinde Reher kann ich immer zählen und ihr und allen Unterstützern und Sponsoren gebührt mein großer Dank!



