„Baju wird nachgesagt, dass er nicht der Schnellste ist – wir haben heute das Gegenteil bewiesen.“ Stefan Engbers siegt im Großen Preis von Hagen vor André Thieme

Sie waren oft dicht dran – heute hat es endlich für den großen Sieg gereicht: Stefan Engbers und sein 1,84m großer Schimmel Baju NRW (v. Balou du Rouet) haben nach einem rasanten Stechen den Großen Preis von Hagen gewonnen. Knapp dahinter sprangen die CHIO Aachen Sieger von 2024, André Thieme und DSP Chakaria (v. Chap), auf Platz zwei. Der dritte Rang ging an den in den Niederlanden beheimateten Springreiter Luke Dee aus Australien mit Gangster WW (v. Grand Slam). Immerhin 12 Paare hatten nach fehlerfreien Runden ihr Ticket für das Stechen im Großen Preis von Horses & Dreams gelöst.

„Ich habe mir die anderen Reiter im Stechen gar nicht angesehen, ich hatte meinen eigenen Plan“, erklärte Stefan Engbers nach seinem Triumph. Er wusste, dass der Stech-Parcours für seinen riesigen Schimmel mit 1,84m Stockmaß und seiner großen Galoppade wie gemacht war. „Baju wird ja nachgesagt, dass er nicht der Schnellste ist, wir haben heute das Gegenteil bewiesen. Wir können aus einem Tempo von 180 km/h über den Oxer kommen und er haut den nicht um. Ich bin super stolz auf mein Pferd. Wir waren schon mal Vierter im Großen Preis, umso schöner ist es, dass es heute endlich für ganz oben gereicht hat“, fasste es der glückliche Sieger zusammen, der mit Baju NRW schon beim Nationenpreis in Hickstead 2025 zum siegreichen deutschen Team gehörte. „Heute ist sicher einer der schönsten Tage für mich in diesem Sport, bei voller Hütte hier in Hagen zu gewinnen, das hat schon Spaß gemacht“, lachte Stefan Engbers.

André Thieme, auf den das Publikum im Vorfeld als Sieger gesetzt hatte, nahm seinen zweiten Platz mit DSP Chakaria sportlich: „Ich wusste ja, dass der Bundestrainer Otto Becker zuguckt, und in meiner ersten Runde waren ein, zwei Oxer dabei, die nicht so locker waren. Da reitet dann schon die Anspannung mit, wenn man weiß, dass im Hinblick auf Aachen jetzt jede Runde zählt. Daher hatte ich mir vorgenommen, im Stechen nichts Verrücktes zu machen. Tatsächlich habe ich es im Stechen heute am letzten Hindernis weggeschmissen, ich war schnell unterwegs. Wo Stefan 6 Galoppsprünge geritten ist, waren es bei mir sieben, weil ich eng rum wollte, dann musste ich eimal warten, das hat Zeit gekostet. Aber ich bin total glücklich mit Platz zwei und gönne Stefan den Sieg sehr. Ich bin so so glücklich, dass Chakaria wieder da ist. Im Stechen hat sie sich wieder wie die Alte angefühlt und ich weiß jetzt definitv, dass sie super gut zurück ist.“ Als nächstes plant André Thieme mit DSP Chakaria und Paule S in Hamburg an den Start zu gehen.

Der dritte Platz ging an den Australier Luke Dee, der als erster Starter in den Stech-Parcours musste: „Ich habe als erster Starter einfach versucht, richtig Druck auf die nachfolgenden Reiter zu machen. Und das hat ja geklappt, auch wenn ich nicht gewonnen habe“, brachte es Luke Dee auf den Punkt. Er ist in den Niederlanden beheimatet und für ihn war es der erste Start in Hagen.

Platz vier sicherte sich Hans Thorben Rüder mit Courage (v. Captain Fire) vor Tom Schewe und dem neunjährigen Congress Blue PS (v. Congress). „Wir müssen noch an den engeren Wendungen im Stechen arbeiten, aber natürlich bin ich mit der Leistung von Congress super zufrieden“, sagte Tom Schewe gegenüber spring-reiter.de.

Super zufrieden äußerte sich auch Veranstalter Ulli Kasselmann nach der 20., der Jubiläums-Ausgabe von Horses & Dreams: „Wir haben alles richtig gemacht, wenn wir so gute Reiter hier haben.“ Insgesamt kamen 54.000 Zuschauer an diesem Turnier-Wochenende nach Hagen. 

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