„Im Stechen habe ich noch mal alles riskiert“: Britt Roth gewinnt beim U25-Springpokal in Mannheim
Sieger im U25-Pokal: Britt Roth auf Jeffrey Foto: sportfotos-lafrentz

„Im Stechen habe ich noch mal alles riskiert“: Britt Roth gewinnt beim U25-Springpokal in Mannheim

Es gab ein Ziel in ihrem letzten U25-Jahr: die Qualifikation zum Finale in Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Pferdesport und Holger Hetzel. Genau dieses Ziel erreichte sie am Montag, dem vorletzten Tag des 62. Mannheimer Maimarkt-Turniers. Die 24-jährige Studentin Britt Roth aus Zeiskam gewann die zweite von vier Etappen des Springpokals. Als letzte der sieben Teilnehmer im Stechen ritt sie in den Parcours, flitzte mit ihrem Jeffrey im frischen Vorwärts über die Sprünge und siegte. Mit 42,10 Sekunden war sie 85 Hundertstelsekunden schneller als der zweitplatzierte Liam Broich auf Cadou Z. Platz drei ging an Magnus Schmidt im Sattel von Carl Gustav und in der Zeit von 43,63 Sekunden.

„Ich bin so super stolz auf Jeffrey“, sprudelte es aus der Siegerin. „Wir konnten schon das Springen am Samstag gewinnen und heute als letzter Starter im Stechen habe ich noch mal alles riskiert.“ Dieser Sieg sei für sie etwas sehr Besonderes. Mit 12 Jahren ist sie das erste Mal in Mannheim am Start gewesen, damals in der Amateur-Tour. Ihre Mutter Barbara Reitter war ebenfalls schon beim Maimarkt-Turnier am Start. Und ihr jüngerer Bruder Mikka konnte in der Quadratestadt in den letzten Tagen auch schon einige Erfolge verbuchen. „Vor dieser Kulisse hier, mit so vielen Freunden und Bekannten im Publikum, und dann auch noch mit Jeffrey – das ist unglaublich“, war Britt nahezu fassungslos. Als Jährling kam der jetzt neunjährige Holsteiner in den Stall der Familie Roth in Zeiskam. „Ich habe ihn selbst angeritten und bisher jeden Erfolg mit ihm zusammen gefeiert. Ich freue mich über jede Runde mit ihm.“

Sehr zufrieden zog der Bundestrainer der U25-Springreiter, Peter Teeuwen, sein Fazit: „Wir hatten hier in Mannheim schon einen relativ hohen Qualitätsstandard, und die Reiter haben alle super abgeliefert. Die Pferde sprangen von Tag zu Tag besser.“ Beim Abgehen des Parcours habe er mit drei oder vier Null-Fehler-Ritten gerechnet, am Ende wurden es sieben. „Ich war total positiv überrascht, wie gut hier geritten wurde.“ Und mit einem Schmunzeln ergänzte Teeuwen: „Mir war vorneherein klar, dass das Springen so ausgehen könnte wie es ausgegangen ist. Britt hat sich schon am Anfang des Jahres viele Gedanken gemacht, wie ihre Saison aussehen sollte. Wir haben zusammen einen Plan gemacht, um das Ziel Finale in Aachen im Rahmen der WM zu erreichen.“ Der Plan ist aufgegangen.

Seit 2024 wird diese Serie für Deutschlands beste U25-Springreiter durch Holger Hetzel unterstützt. Er war beeindruckt: „Ich glaube, wir haben mit Britt eine Ausnahmesiegerin gesehen. Die Beiden sind ein Ausnahmepaar und haben sehr verdient gewonnen.“ Der Sinn der Serie sei es, die jungen Leute an den Standard der Senioren heranzuführen, und der Unterschied der U25-Reiter zu den Senioren sei in Mannheim gar nicht mehr so groß gewesen. „Die Reiter, die jetzt hier vorne waren, werden in ein oder zwei Jahren sicher auch hier im Seniorenlager auf dem Maimarkt bestehen können.“ Hetzel sprach zudem seinen Dank an Turnierchef Peter Hofmann aus, der total hinter der Serie stehe. „Die jungen Leute brauchen eine gute Bühne – nicht nur, weil es mehr Spaß macht, sondern auch, damit sich die Hemmschwelle, in einem solchen Stadion zu reiten, abbaut.“

Peter Hofmann selbst betonte: „Die U25-Serie ist mir ein besonderes Anliegen. Und über die Siegerin heute freue ich mich tatsächlich ganz besonders. Ihre Mutter ist hier schon geritten, und ihren Opa kannte ich auch gut. In der ganzen Familie spielt das Thema Pferd eine große Rolle. Das brauchen die jungen Leute, wenn sie in unserem Sport nach oben kommen wollen. Und Britt macht das einfach großartig.“

Die besten fünf Paare aus Mannheim, die sich aus der Wertungsprüfung am Samstag und dem Finale am Montag ergaben, haben sich somit ihr Finalticket für das Springpokal-Finale in Aachen verdient. Neben den drei Erstplatzierten des Finals waren das noch Lia Sophie Bolten auf Charming Cassillia und Paul Ripploh auf Ride Smart Chevalier de Blue.

Das komplette Ergebnis hier