„Ein Kindheitstraum ist wahr geworden. Das ist ein unvergeßlicher Tag“, sprudelte es aus Richard Vogel gegenüber spring-reiter.de heraus. Gerade hatte der 28-Jährige Geschichte geschrieben. Mit dem gewaltig springenden United Touchs S (v. Untouched) hat der Weltranglistendritte den mit 1,5 Millionen Euro dotierten Rolex Grand Prix beim TSCHIO Aachen nach drei fehlerfreien Runden über 1,60m samt Stechen für sich entschieden und sich damit auf der legendären Aachen-Tafel verewigt.
Nur drei Paare hatten sich nach zwei fehlerfreien Runden für ein Stechen qualifiziert. Als letzter Starter im Stechen versuchte noch der Argentinier Jose Maria Larocca mit seinem Finn Lente (Gaillard de la Pomme), Richard Vogel und dessen Zeit im Stechen von 45.57 Sekunden zu unterbieten. Aber es reichte nicht: 47.36 Sekunden standen auf der Anzeigetafel, und Richard Vogel schossen auf dem Abreiteplatz die Freudentränen in die Augen. Sophie Hinners war als Erste ins Stechen gegangen und mit Iron Dames Singlair (v. Singular LS La Silla) ebenfalls eine dritte fehlerfreie Runde abgeliefert. Ihre Zeit von 51.62 Sekunden reichte für einen großartigen dritten Platz auf dem Podium.
„Ich weine nicht so oft, da muss es schon einen Grund geben. Heute war so ein Tag, da flossen Freudentränen“, gab der glückliche Sieger zu. „In jedem anderen Grand Prix ist es auch ok, wenn man Zweiter oder Dritter wird. Aber hier in Aachen willst Du nur gewinnen. Das ist ein Kindheitstraum, der heute wahr wurde. Wir haben am Ende alles auf eine Karte gesetzt. Ich habe nicht so viel an eine Stange gedacht, die fallen könnte wie im Jahr zuvor, sondern nur an die Zeit und an den Sieg“, fasste Richard Vogel seine Strategie zusammen. „Ich wusste heute morgen, ich kann Geschichte schreiben. Die Anspannung war natürlich den ganz Tag über sehr groß. In der zweiten Runde kam ich zudem auch noch zu spät zum Course Walk und daher konnte ich nicht richtig abgehen. Da war ich kurz etwas verwirrt, aber es hat sich ja alles geklärt“, lachte Richard Vogel.
An den Rolex Grand Slam denkt er nach seinen zwei Siegen bei den Dutch Masters im März und dem Sieg jetzt in Aachen „aber noch nicht. Dieser Sieg macht uns und das ganze Team so stolz. Wir werden die nächsten Tage und Woche erst mal brauchen, um zu realisieren, was wir geschafft haben. Und dann denken wir vielleicht auch irgendwann mal an Spruce Meadows und den Rolex Grand Slam.“ Immerhin gab es jetzt schon mal zusätzlich zum Preisgeld von 450.000 Euro noch einen Bonus von 500.000 Euro für Richard Vogel nach dem Sieg der zwei Rolex Grand Slam Majors hintereinander.
Jose Maria Larocca war gar nicht traurig über seinen 2. Platz: „Ich wollte einen Deutschen gewinnen lassen“, scherzte der Argentinier, der mit seinem Finn Lente schon einen Rolex Grand Prix in Brüssel gewonnen hat. „Ich könnte nicht stolzer sein, Zweiter hinter Richard Vogel zu sein. Und das Publikum in Aachen ist einfach das Beste.“
PLATZ 3 für SOPHIE HINNERS
Super stolz auf ihren Iron Dames Singclair zeigte sich auch die Dritte auf dem Podium: Sophie Hinners. „Ich bin super, super stolz auf Iron Dames Singclair, der hat das heute mit einer Leichtigkeit und einem großen Kämpferherz so gut gemacht. Ich freue mich riesig, er ist dreimal Null gesprungen. Ich bin super happy.“
Platz vier sicherte sich Ben Maher mit Enjeu de Grisien (v. Toulon) nach einem Abwurf in Runde eins und einem fehlerfreien Auftritt in Runde zwei. Dahinter sortierte sich Steve Guerdat mit Venard de Cerisy (v. Open Up Semilly) auf Platz fünf ein.
WIEDER ABGELIEFERT: ANDRÉ THIEME und DSP CHAKARIA
Super gut dabei waren auch André Thieme und seine DSP Chakaria (v. Chap), am vergangenen Wochenende noch Sieger im Großen Preis von Hamburg. Nach einem Wasserfehler in Runde eins und einer Null-Runde in der zweiten Runde sprangen die Rolex Grand Prix Sieger von 2024 in diesem Jahr auf Platz sechs. „Nach der ersten Runde war ich etwas traurig, Trotzdem hat Chakaria bewiesen, was sie für ein unglaubliches Kämperherz hat. Sie hat einfach die Ohren nach vorne gemacht und ist weiter gesprungen. Über die zweite fehlerfreie Runde war ich natürlich super glücklich. Am Ende bin ich doch sehr zufrieden, auch wenn ich weiß, es wäre mehr drin gewesen“, fasste André Thieme seine Gemütslage gegenüber spring-reiter.de zusammen.
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