Er hatte mit den Deutschen Meisterschaften in Balve noch eine Rechnung offen: Nach neun Jahren der Abstinenz kehrte Christian Kukuk in diesem Jahr nach Balve zurück, fokussiert, konzentriert und mit dem klaren Ziel: Deutscher Meister 2026. Und der Plan ging auf. Nach fünf Null-Runden inklusive Stechen im Sattel des zehnjährigen Wallachs Akarad Tivoli Z (v. Akarad Hero Z) sicherte sich der Olympiasieger von Paris 2024 endlich die begehrte Goldmedaille.
Drei Paare blieben nach insgesamt zwei Wertungsprüfungen und vier schweren Umläufe hinweg fehlerfrei – so dass ein Stechen um die Deutsche Meisterschaft der Springreiter beim LONGINES BALVE OPTIMUM nötig wurde. Erster war Maximilian Lill. Er kassierte drei Abwürfe auf dem elfjährigen Oldenburger Hengst Casallco`s George PS (v. Chacco Blue). Nun würde die Entscheidung um den nationalen Titel zwischen dem amtierenden Olympiasieger Christian Kukuk und Marco Kutscher, zweifacher Team-Olympiasieger (2004, 2008), zweifacher Mannschafts-Europameister (2005 u. 2011) sowie Einzel-Europameister 2005 und Deutscher Meister aus dem Jahr 2003, fallen. Christian Kukuk behielt die Nerven und lieferte auch im Stechen eine blitzsaubere Runde ab auf dem zehnjährigen Zangersheider Wallach Akarad Tivoli Z. Marco Kutscher musste also bei seinem elfjährigen Holsteiner Colman-Nachkommen Cool Fox aufs Gas drücken, wenn er Kukuk den Titel nehmen wollte. Doch Fortuna war nicht auf seiner Seite – zwei Abwürfe brachten aber immerhin die Silbermedaille, und für Christian Kukuk den ersten Deutschen Meistertitel!
„Der Deutsche Meistertitel ist natürlich etwas ganz besonderes, da träumt jeder mal davon. Ich hatte immer eine ganz besondere Beziehung zu diesem Turnier Für meine Mutter war es das absolute Lieblingsturnier. Sie war wirklich jedes Jahr dabei. Vor neun Jahren war ich das letzte Mal hier und da hatte ich einer meiner größten Enttäuschungen. Damals war es für meine Mutter absehbar, dass es für sie das letzte Mal Deutsche Meisterschaft sein wird und ich wollte unbedingt den Titel für sie gewinnen. Ich war in Führung und habe es dann leider in der letzten Runde doch nicht nach Hause gebracht. Jetzt nach neun Jahren zurückzukehren und die Rechnung zu begleichen und den Titel meiner Mutter zu widmen, das ist etwas ganz besonderes und das macht mich auch sehr stolz“, erzählt ein emotionaler Christian Kukuk nach seinem Triumph.
Akarad Tivoli Z hat er erst seit Januar in seinem Stall. „Ich habe mich nicht als Favorit gesehen. Ich wusste nicht, ob wir schon weit genug sind. Aber Akarad hat eine unglaubliche Qualität, er ist sehr ehrgeizig. Damit habe ich manchmal noch zu kämpfen. Aber was er heute im Stechen noch mal abgeliefert hat, das war schon sehr außergewöhnlich“, lobte der Reiter seinen Sportpartner, der Potential für Championate habe. Und weiter: „Hier in Balve die insgesamt fünf Umläufe auf diesem Niveau – das kann man schon in der 5*-Kategorie ansiedeln.“ Kukuk ist mit seinen Kukuk Stables mittlerweile in Münster auf die Anlage von Karin Ernsting gezogen und fühlt sich dort sehr wohl.
Auch Marco Kutscher war mit seiner Silber-Medaille zufrieden: „Ich war immer hier, aber ist vielleicht ist es keinem aufgefallen“, lachte er augenzwinkernd. „Ich mag das Turnier sehr. Cool Fox hat mich an diesem Wochenende sehr überrascht, ich hatte eigentlich auf Pikeur Lemar NRW gesetzt. Aber mit diesen beiden Pferden bin ich zuversichtlich für die Zukunft.“
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