Was für ein Wechselbad der Gefühle: Im Rolex Grand Prix von Falsterbo lagen Freud und Leid heute wieder dicht beieinander. Wer dachte, er hätte mit dem Weltranglistenzweiten, Richard Vogel, und seinem Holsteiner Cloudio und deren Super-Zeit von 38.63 Sekunden im Stechen schon die Sieger gesehen, hatte die Rechnung ohne die Nummer fünf der Weltrangliste gemacht. Der letzte Starter, der Ire Shane Sweetnam, und sein Routinier James Kann Cruz (v. Kannan) konnten die Bestzeit von Vogel noch locker unterbieten: 37.68 Sekunden standen am Ende auf der Anzeigetafel, obwohl der 13-jährige Schimmel in einer Wendung noch weggerutscht war, was natürlich Zeit kostete. Am Ende durfte sich der sichtlich gerührte Shane Sweetnam über einen der größten Siege in seiner Karriere freuen. Richard Vogel und Cloudio wurden Zweite vor Steve Guerdat und Albfuehren’s Iashin Sitte (v. Bamako de Muze).
„Jessica Kürten hatte mir gesagt, wie Richi das Stechen geritten ist und ich habe versucht, das nachzureiten beziehungsweise es noch besser zu machen. Das hat zum Glück geklappt. Das ist heute einer meiner größten Siege und James Kann Cruz hat sich diesen Sieg jetzt wirklich verdient. Richard Vogel wird es verschmerzen, er hat schon genug gewonnen“, lachte Shane Sweetnam hinterher im Interview.
Die 14 schnellsten und fehlerfreien Paare aus dem Umlauf durften in die Siegerrunde einziehen. Auch Steve Guerdat und sein Weltcup-Partner Albfuehren’s Iashin Sitte ließen keinen Zweifel an ihrer Top-Form aufkommen und gingen im Stechen um den Sieg auch erstmal in Führung. Bis Richard Vogel die Pole-Position übernahmen – zumindest bis fast zum Ende. Für den 29-Jährigen und seinen Schimmel Cloudio, bei denen es am Freitag im Nationenpreis noch zu einem Missverständnis kam, war es trotzdem ein versöhnliches Ende.
„Zum Glück habe ich es heute geschafft, Cloudio so zu reiten, dass er in der Lage war, fehlerfrei zu bleiben“, fasste es ein selbstkritischer Richard Vogel nach seinem ersten Ritt zusammen.
Ein schöneres Ende hätte sich sicher auch der für die WM-Nominierte André Thieme für seine DSP Chakaria (v. Chap) im Grand Prix von Falsterbo gewünscht. Nach einem Wasserfehler, kam es in der Folge zu drei für die Fuchs-Stute ungewöhnlichen Abwürfen und einem Endergebnis von 16 Strafpunkten. Das war bitter, zumal die Stute noch zum Auftakt in Schweden den ersten Grand Prix Qualifier für sich entschieden hatte.
Platz vier sicherte sich der Däne Andreas Schou mit Napoli v/h Nederassenthof (v. President) vor Ben Maher mit Point Break (v. Action-Breaker).
Mit einem leichten Abwurf in der Dreifachen-Kombination verpassten Sophie Hinners und Iron Dames My Prins (v. Zilverstar T) das Stechen.
Das ganze Ergebnis: HIER
