Bei den FEI WBFSH-Weltzuchtmeisterschaften im Springreiten 2026 wurden am Sonntag die drei Sieger gekürt. Die Stoeterij Zangersheide in Lanaken (BEL) war vier Wettkampftage lang Austragungsort für mehr als 600 Pferde in drei Altersklassen.
Roosje Brouwer (NED) gewann die Meisterschaft der Siebenjährigen mit Elotte Z. Die Zangersheide-Stute, ein Nachkomme von Eldorado vd Zeshoek aus einer Larino-Stute, steht im Besitz von Everse Horses und wurde von Stal Everse gezüchtet.
Niamh McEvoy (IRL) sicherte sich ihren vierten Podiumsplatz in Folge, als sie mit Easy Peasy Indebus Z den Sieg in der Meisterschaft der Sechsjährigen errang. Der Zangersheide-Wallach, von Emerald aus einer Baloubet du Rouet-Stute, steht im Besitz von Ballypatrick und wurde von D. Van Tiburg BVBA und J. Thiry gezüchtet.
Der 16-jährige Sam Widger (IRL) gewann die Meisterschaft der Fünfjährigen mit Vintage van de Heyveldhoeve. Die BWP-Stute, von Kasanova de la Pomme aus einer I Am Moerhoeve’s Star-Stute, wurde von Bert Stoop gezüchtet und steht im Besitz von Gary Ryan und Ballypatrick. Das Finale wurde nach einem neuen Idealzeit-Format ausgetragen.
Mit den Fünfjährigen hatte der Sonntag auch begonnen. Die 38 besten Reiter-Pferd-Paare aus den Qualifikationsrunden am Donnerstag und Freitag traten zum Start dieses ersten Finales des Tages an. Die Hindernisse waren auf eine Höhe von 1,30 m eingestellt, und von den 38 Teilnehmern absolvierten 18 den ersten Durchgang fehlerfrei. Sie durften daraufhin zu einem entscheidenden zweiten Durchgang antreten, in dem die Reiter – anders als in den Vorjahren – eine ideale Zeit anstreben mussten. Der Parcoursdesigner Bernard Mathy und sein Team legten diese Idealzeit auf 54 Sekunden fest, was bedeutete, dass die Finalisten die Aufgabe hatten, fehlerfreie Runden zu reiten und dabei so nah wie möglich an dieser Zeit zu bleiben.
Es war der 16-jährige irische Reiter Sam Widger mit der BWP-Stute Vintage van de Heyveldhoeve, einer Tochter von Kasanova de la Pomme und I Am Moerhoeve’s Star, gezüchtet von Bert Stoop, der das beste Ergebnis erreichte. Als eines der letzten Paare, die an den Start gingen, galoppierten Widger und „Vintage van de Heyveldhoeve“ in 54,14 Sekunden über die Ziellinie und verfehlten damit die Idealzeit um nur 14 Hundertstelsekunden.
Sam Widger: „Vintage hatte sich die ganze Woche über gut gefühlt, aber ich hatte nicht mit einem Sieg in diesem Finale gerechnet (lacht). Greg (Broderick) hat sie vor einem Jahr vom Züchter gekauft, und ich reite sie seit etwa sechs Monaten für ihn. Sie ist eine Vollblutstute und vor allem sehr umsichtig. In der Arena kämpft sie wirklich für einen. Ich möchte Greg dafür danken, dass er mir in meinem Alter erlaubt, ein so gutes Pferd zu reiten.“
Auf Platz zwei kam pn 54,18 Sekunden sein Landsmann Coen Williams auf GLC Mr President (v. Conthargos) vor dem Belgier Rik Nauta auf Vazan van Strijtem (v. Cazan van het Scheck) in 54, 48 Sekunden.
Es folgten die Sechsjährigen. Die 42 besten Paare aus den Qualifikationsrunden am Donnerstag und Freitag betraten ab 12.00 Uhr die Ratina Z-Arena und sahen sich einem technisch anspruchsvollen und herausfordernden Parcours gegenüber. Das Niveau in diesem Finale der Sechsjährigen war außergewöhnlich hoch, denn nicht weniger als 20 Paare absolvierten die Grundrunde fehlerfrei und qualifizierten sich damit für das entscheidende Stechen. Dieses Stechen entwickelte sich dann zu einem nervenaufreibenden Wettkampf, bei dem die Abstände extrem knapp blieben. Die Goldmedaille ging schließlich an die irische Reiterin Niamh McEvoy und den Wallach Easy Peasy Indebus Z, einen Sohn von Emerald van ’t Ruytershof und Baloubet du Rouet, gezüchtet von Dennis Van Tilburg und seiner Frau Jasmien Thiry. Als zehntes Startpaar rasten McEvoy und Easy Peasy Indebus Z in 40,85 Sekunden über die Ziellinie. Damit hielten sie die Konkurrenz in Schach, und McEvoy konnte ihrer Erfolgsbilanz einen weiteren Weltmeistertitel hinzufügen.
Niamh McEvoy: „Das ist wirklich unglaublich. Greg (Broderick) hat ihn letztes Jahr als Fünfjährigen gekauft, und er war schon immer einer von Gregs Lieblingen. Heute hat er gezeigt, warum. Er hat immense Kraft und ist zudem unglaublich umsichtig. Ich habe erst vor zwei Wochen erfahren, dass ich ihn hier reiten würde, daher wusste ich nicht, wie er auf ein Stechen reagieren würde, bei dem es ausschließlich auf die Zeit ankommt. Aber vor allem hat er heute gezeigt, was für eine fantastische Einstellung er hat.“
Zweite wurde Angelique Böckmann auf dem Westfalen Django Z (v. Dourkhan Hero Z) aus dem Besitz von Zangersheide und aus der Zucht von Georg Sievert. Platz drei ging an Emeric George auf seinem Kelstar Derick (v. Mylord Carthago) aus der Zucht von Elevage de Rick vor – ja, noch einmal Sam Widger, diesmal auf BP Wishes, ebenfalls aus Zucht und Besitz von GBBS, also Greg Broderick.
Den Abschluss bildeten die Siebenjährigen. Diesmal waren es die 41 besten Paare aus den Qualifikationsrunden, die sich einem anspruchsvollen Parcours mit einer Höhe von 1,45 Metern gegenüber sahen. Parcoursdesigner Bernard Mathy und sein Team sorgten für zahlreiche Herausforderungen, doch nicht weniger als 13 Paare schafften es, die Hauptrunde fehlerfrei zu absolvieren und sich damit einen Platz im entscheidenden Stechen zu sichern. Zudem hätten noch einige Reiter mehr im Stechen stehen können, da es einer Handvoll Paare gelang, bis zum allerletzten Hindernis fehlerfrei zu bleiben.
Das Stechen entwickelte sich daraufhin zu einem spannenden Kampf um den letzten Weltmeistertitel dieser Ausgabe. Am Ende setzte sich die niederländische Reiterin Roosje Brouwer mit der Stute Elotte Z durch, einer Tochter von Eldorado van de Zeshoek und Larino, gezüchtet und im Besitz von Stal Everse. Brouwer und Elotte Z überquerten die Ziellinie in 35,47 Sekunden und schlugen die Konkurrenz um mehr als drei Viertel Sekunden.
Roosje Brouwer: „Der Plan war klar: Ich wollte gewinnen (lacht). Elotte Z ist von Natur aus ein sehr schnelles Pferd und obendrein unglaublich umsichtig. Also wollte ich einfach so schnell wie möglich reiten. Wenn ich selbst keinen Fehler machte, wusste ich, dass sie auch keinen machen würde. Ich hatte das Gefühl, dass wir eine Chance auf die Medaillen hatten, aber letztendlich muss es natürlich auch klappen. Deshalb bin ich sehr glücklich über dieses Ergebnis.“
Zweiter wurde Landsmann Max van de Poll auf seinem Ortane (v. Balou du Rouet Z) aus der Zucht von D. Van De Linden / C. Van Der Heijden vor Christian Ahlmann auf Toemme de Regor Z (v. Chacco-Blue) aus Besitz von Zangersheide und der Zucht vom Stal De Regor. Als Achte sprang auch Kendra Claricia Brinkop nach einem Fehler im Stechen mit To Me-K van Kattenheye (v. Van Gogh) mit der zweitschnellsten Zeit noch mit ins Geld.
Alle Ergebnisse aus Lanaken hier



