Es war ein verdienter Sieg vor einer atemberaubenden Kulisse: Katrin Eckermann und Chao Lee (v. Comme il Faut) sicherten sich am Samstag bei der Longines Global Champions Tour in Wien den Sieg im CSI5*-Hauptspringen über 1,50 m. Vor der historischen Fassade des Schlosses Schönbrunn und vor einem begeisterten Publikum, hatten sich immerhin fünfzehn Paare im Stechen einen spannenden Showdown geliefert. Und als jede Sekunde zählte, gelang Eckermann der Ritt des Abends.
Mit einer Zeit von 36,42 Sekunden lagen Katrin Eckermann und Chao Lee mehr als eine Sekunde vor dem Belgier Nathan Budd und Ely des Rosiers Z (v. Emerald), die mit 37,76 Sekunden den zweiten Platz belegten. Die ebenfalls aus Belgien stammende Gudrun Patteet und Baron – RR Z (v. Bamako de Muze) komplettierten das Podium nach einer weiteren rasanten doppelten Nullrunde in 37,89 Sekunden.
„Es ist etwas ganz Besonderes, an diesem fantastischen Austragungsort zu gewinnen, weil meine Familie hier ist und ich so viel Unterstützung von der ‚Iron Dames‘-Familie bekomme. Das alles zusammen hat die Atmosphäre für mich wirklich ganz unvergesslich gemacht”, freute sich Katrin Eckermann nach ihrem Triumph.
Sie fügte hinzu: „Chao Lee und ich haben bis zum allerletzten Moment gekämpft. Mit ihr verbindet mich eine so lange und großartige Geschichte – sie wurde auf dem Hof meines Vaters geboren, und nach so vielen gemeinsamen Jahren vertrauen wir einander voll und ganz.“
Schon vor Beginn des Stechens gab es jede Menge Drama. Der 1,50m-Parcours stellte für das gesamte Teilnehmerfeld eine echte Herausforderung dar: Überall fielen Stangen, und einige der größten Namen des Sports entschieden sich, aufzugeben und ihre Pferde für einen anderen Tag zu schonen, darunter Henrik von Eckermann mit Hylanderhofs Saruschka und Olivier Philippaerts mit Ragazzo AV.
Als Erste betraten Edwina Tops-Alexander und Cydello (v. Cascadello) die Arena für das Stechen und verschwendeten absolut keine Zeit. Von Anfang bis Ende rasant unterwegs, lieferten sie mit 42,48 Sekunden die erste doppelte Nullrunde ab und setzten damit einen soliden Maßstab. Die Frage war einfach: Würde das schnell genug sein?
Es dauerte nicht lange, bis sich herausstellte, wie viel schneller der Parcours noch geritten werden konnte. Niels Bruynseels und Chacco’s Lando OL (v. Chacco-Blue) flogen über den verkürzten Parcours, nahmen die Innenkurve beim Rollback zum Longines-Oxer, doch dann ging eine Stange zu Boden. Sie überquerten die Ziellinie mit vier Fehlern in 38,88 Sekunden – fast vier Sekunden schneller als Edwina und ein Beweis dafür, dass noch viel Zeit gut zu machen war.
Der Ire Denis Lynch und Ping Pong van de Lentamel (v. Emerald) sorgten dann wieder für ein fehlerfreies Ergebnis. Geschmeidig und kontrolliert ließen sie in 42,73 Sekunden keinen Stange fallen und lagen nur Bruchteile hinter Tops-Alexander. Der ehemalige LGCT-Champion Peder Fredricson und Code Black (v. Bengt Nabab) verfolgten einen anderen Ansatz. Anstatt alles zu riskieren, lieferte der schwedische Star ein dosiertes doppeltes Null-Fehler-Ergebnis ab und kam sicher in 43,06 Sekunden ins Ziel.
Dann ging es im Stechen richtig rund. Sophie Hinners und Iron Dames Kaleni Jo (v. Kannan) legten richtig los, griffen jede Distanz an, nahmen jede mögliche Innenbahn und ließen, wo immer es ging, Galoppsprünge aus. Sie unterboten die bisherige Bestzeit um fast fünf Sekunden und flogen in 37,94 Sekunden fehlerfrei über die Ziellinie. Plötzlich hatte sich die Ausgangslage komplett verändert.
Könnte irgendjemand noch schneller sein? Katrin Eckermann und Chao Lee gaben eine eindeutige Antwort. Eckermann ließ absolut nichts unversucht und verband Aggressivität mit Präzision, während Chao Lee kraftvoll durch die Schönbrunner Arena preschte. Die Uhr blieb bei erstaunlichen 36,42 Sekunden stehen – fehlerfrei und mehr als eine Sekunde schneller. Das war der verdiente Sieg und Platz vier am Ende für Sophie Hinners.
Eine ernstzunehmende Bedrohung sollte für Katrin Eckermann noch kommen: Nathan Budd und Ely des Rosiers Z legten einen äußerst flüssigen Ritt hin und hielten dabei die ganze Zeit über das Gleichgewicht zwischen Geschwindigkeit und Präzision. Sie beendeten den Parcours fehlerfrei in 37,76 Sekunden und schoben sich damit direkt auf den zweiten Platz vor. Auch Gudrun Patteet und Baron – RR Z ließen sich nicht unterkriegen. Mit einem weiteren schnellen, engagierten fehlerfreien Ritt stoppte das belgische Paar die Uhr bei 37,89 Sekunden – schneller als Hinners und gut genug, um auf den dritten Platz vorzurücken.
Am Ende hing alles an Ciaran Nalon und Christians Carado: Der Ire zeigte einen flüssigen, souveränen doppelten Nullfehlerritt und stoppte die Uhr bei 39,90 Sekunden, womit er auf den fünften Platz vorrückte.
Sonntagabend um 20.15 Uhr ist die Bühne bereit für den größten Showdown des Wochenendes: dann steht der Longines Global Champions Tour Grand Prix von Wien auf dem Programm, den im letzten Jahr Philipp Weishaupt und Kilmister gewinnen konnten.





